Dubai-Cheesecake mit Pistaziencreme und knusprigem Kadayif

Neulich stand bei mir erst nur ein Glas Pistaziencreme auf der Arbeitsplatte, dann kam eins zum andern. So fangen manche Kuchenideen an, ein bisschen ungeplant, aber ziemlich zielstrebig. Der Dubai-Cheesecake war am Ende genau so ein Fall. Diese Mischung aus cremiger Quark-Frischkäse-Füllung, Schokolade, Tahin und den feinen knusprigen Kadayif-Fäden hat etwas leicht Opulentes, ohne dass der Kuchen plump wirkt. Eher üppig, aber auf eine gute Art. Wer gern gebackenen Cheesecake mag und Lust auf etwas hat, das nicht nach Standard-Kaffeetafel schmeckt, sollte sich diesen Dubai-Cheesecake wirklich mal anschauen.
Was ich an diesem Kuchen besonders mag
Ich finde ja, manche Rezepte lesen sich erstmal fast zu reichhaltig und dann merkt man beim Probieren, dass es doch ziemlich stimmig ist. Hier ist das genau so. Die eigentliche Käsemasse bleibt durch Quark, Frischkäse, Sahne und Milch angenehm weich und eher cremig als kompakt. Dazu kommt diese nussige, leicht herbe Note von Tahin, die verhindert, dass alles einfach nur süß schmeckt.
Der Name Dubai-Cheesecake kommt natürlich nicht aus dem Nichts. Geschmacklich lehnt er sich an die Kombination an, die man inzwischen von Dubai-Schokolade kennt: Pistazie, Kadayif, Schokolade. Als gebackener Cheesecake bekommt das Ganze aber noch mal eine andere Richtung. Etwas ruhiger, runder, mehr Dessert als Süßigkeit.
Sehr gern mag ich auch, dass man ihn gut vorbereiten kann. Für spontane Gäste ist das nichts, klar, weil er seine Kühlzeit braucht. Aber genau solche Kuchen mache ich gern, wenn Freunde am Wochenende kommen und ich nicht alles in letzter Minute machen will. Am nächsten Tag schmeckt er sogar noch besser, weil sich die Aromen setzen.
Textur, Aroma und diese kleine Sache mit dem Kadayif
Der Boden ist dunkel, schokoladig und relativ schlicht gehalten. Das ist gut so, denn oben drauf passiert schon genug. Die Füllung selbst hat durch die Pistaziencreme eine milde Nussigkeit, ohne grün und laut zu schmecken. Ich würde das Aroma eher als warm und weich beschreiben. Nicht zu verspielt. Kein „Pistazienhammer“, sondern eher eingebunden.
Spannend wird es bei der Kadayif-Schicht. Falls du noch nie damit gearbeitet hast: Kadayif, manchmal auch Engelshaar genannt, sind sehr feine Teigfäden, die beim Rösten mit Butter herrlich knusprig werden. Wichtig ist wirklich, sie goldbraun zu rösten und nicht bloß zu erwärmen. Erst dann kommt dieser leicht toastige Geschmack durch, der später mit Pistaziencreme und Tahin zusammen richtig gut funktioniert.
Die Masse sollte am Ende nicht flüssig sein. Eher locker klebrig und gut streichbar. Wenn sie zu heiß mit der Pistaziencreme vermischt wird, kann sie etwas zu weich werden. Ich lasse die gerösteten Fäden deshalb immer erst kurz stehen, bis sie nur noch lauwarm sind. Das macht im Ergebnis mehr aus, als man zuerst denkt.
So gelingt der Dubai-Cheesecake entspannter
Auch wenn der Kuchen nach viel aussieht, technisch ist er nicht schwierig. Ein paar Kleinigkeiten helfen aber sehr. Die Zutaten für die Creme sollten möglichst nicht eiskalt sein. Gerade Frischkäse, Eier und Milch verbinden sich deutlich glatter, wenn sie etwas Temperatur angenommen haben. Ich rühre die Masse außerdem lieber nur so lange, bis alles homogen ist. Zu viel Luft in der Füllung braucht ein Cheesecake nicht, sonst steigt das Risiko für Risse.
Statt Wasserbad kommt hier ein einfacherer Trick zum Einsatz: eine kleine Tasse Wasser im Ofen. Das ist in der Alltagsküche wirklich praktisch und passt auch besser, wenn man nicht jedes Mal mit großer Auflaufform und Alufolie hantieren möchte. In meiner kleinen Küche bin ich für solche Lösungen ehrlich gesagt immer dankbar. Der Kuchen backt damit gleichmäßiger, und die Oberfläche bleibt oft deutlich schöner.
Wenn der Dubai-Cheesecake aus dem Ofen kommt, darf die Mitte noch leicht wackeln. Nicht flüssig, aber eben nicht komplett fest. Während der halben Stunde im leicht geöffneten Ofen zieht die Masse noch an. Danach kommt der wichtige Teil, den man gern unterschätzt: kühlen. Über Nacht ist hier nicht bloß Empfehlung, sondern ziemlich sinnvoll.
Wozu die Schokolade so gut passt
Die Schokoladenschicht bringt am Ende etwas Ruhe in die ganze Geschichte. Vollmilchschokolade ist hier absichtlich die sanftere Wahl. Mit Zartbitter wäre es herber, was auch gehen kann, aber ich mag die weichere Verbindung mit Pistazie lieber. Die Ganache deckt den gebackenen Kuchen schön ab und sorgt dafür, dass die Kadayif-Masse obenauf gut hält.
Beim Anschneiden lohnt sich ein Messer, das kurz in heißes Wasser getaucht und zwischendurch abgewischt wird. Gerade bei so einem mehrschichtigen Cheesecake sehen die Stücke dann viel sauberer aus. Muss nicht geschniegelt wirken, aber ein bisschen hilft es schon.
Ich serviere ihn am liebsten leicht gekühlt, nicht eiskalt. Dann schmeckt man Pistazie, Tahin und Schokolade deutlicher. Direkt aus dem Kühlschrank ist er zwar schnittfest, aber aromatisch etwas gebremst. Zehn Minuten auf dem Tisch machen da schon was aus.
Dubai-Cheesecake mit Schokolade, Pistazie und Kadayif
Zutaten:
Kochutensilien
Und so wird’s gemacht:
- Die Springform mit Backpapier auslegen. Wer mag, kann nur den Boden einspannen und den Rand ganz leicht fetten. Die Kakaokekse fein zerkrümeln, das geht im Mixer oder ganz klassisch im Gefrierbeutel mit dem Nudelholz. Anschließend mit der geschmolzenen Butter vermischen, bis alles gleichmäßig feucht aussieht.
- Die Keksmasse in die Springform geben und zu einem festen Boden andrücken. Ein umgedrehtes Glas hilft dabei, die Fläche schön eben zu bekommen, besonders am Rand. Danach die Form kaltstellen, damit der Boden anzieht, während die Füllung gemacht wird.
- Für die Cheesecake-Creme Magerquark, Quark, Frischkäse, Eier, Zucker, Schlagsahne, Sonnenblumenöl, Milch, Vanillepuddingpulver und Pistaziencreme in eine große Schüssel geben. Alles zu einer glatten Masse verrühren. Ich rühre hier lieber nicht unnötig lang, sondern nur so viel, bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind. Zu stark eingeschlagene Luft kann beim Backen eher Probleme machen.
- Die Masse auf den gekühlten Boden gießen. Die Form ein paarmal sanft auf die Arbeitsplatte klopfen, damit größere Luftblasen nach oben steigen. Genau dieser kleine Schritt wird gern vergessen, bringt aber eine ruhigere Oberfläche.
- Den Ofen auf 170 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Cheesecake auf mittlerer Schiene etwa 55 bis 65 Minuten backen. Eine kleine ofenfeste Tasse mit Wasser im Ofen hilft dabei, die Hitze etwas feuchter zu halten. Das ist kein klassisches Wasserbad, aber für diesen Kuchen sehr praktisch und oft schon genug, damit die Oberfläche nicht aufreißt.
- Gegen Ende der Backzeit darf der Kuchen in der Mitte noch leicht wackeln. Wenn der Rand gesetzt ist und die Mitte nur noch sanft nachgibt, ist er richtig. Den Ofen ausschalten, die Tür halb öffnen und den Cheesecake noch 30 Minuten darin stehen lassen. Dieses langsame Abkühlen ist gerade bei gebackenen Cheesecakes Gold wert.
- Danach den Kuchen vollständig auskühlen lassen und über Nacht im Kühlschrank fest werden lassen. Je mehr Zeit er bekommt, desto sauberer lässt er sich später schneiden.
- Für die obere Schicht die Butter in einer Pfanne oder in einem weiten Topf schmelzen. Das Kadayif grob zupfen, damit keine allzu langen Fäden bleiben, und in die Butter geben. Bei mittlerer Hitze rösten, bis es goldbraun und duftend ist. Dabei regelmäßig wenden, denn die feinen Fäden bekommen schnell zu viel Farbe.
- Das geröstete Kadayif kurz abkühlen lassen, bis es nur noch lauwarm ist. Dann mit Pistaziencreme und Tahin vermischen. Die Masse soll klebrig und gut formbar sein, aber nicht flüssig. Falls sie sehr weich wirkt, einfach noch ein paar Minuten stehen lassen.
- Die Sahne für die Ganache in einem kleinen Topf erhitzen, aber nicht sprudelnd kochen lassen. Die Schokolade fein hacken oder in Stücke brechen, mit der heißen Sahne übergießen und kurz stehen lassen. Danach glatt rühren, bis eine glänzende Ganache entsteht.
- Die Ganache auf den gut gekühlten Cheesecake geben und glatt verstreichen. Kurz anziehen lassen, damit die Oberfläche nicht mehr ganz flüssig ist. Anschließend die Kadayif-Pistazien-Masse darauf verteilen. Das kann locker und leicht unregelmäßig aussehen, das passt bei diesem Kuchen sogar besser als eine ganz glatte Schicht.
- Vor dem Anschneiden den fertigen Dubai-Cheesecake noch einmal mindestens 30 Minuten kühlen. So setzen sich die oberen Schichten besser und die Stücke bleiben stabiler.
Notizen
- Der Dubai-Cheesecake lässt sich wunderbar am Vortag zubereiten. Eigentlich würde ich es sogar empfehlen, weil die Füllung dann die beste Konsistenz hat.
- Wenn du es etwas herber magst, kannst du die Vollmilchschokolade ganz oder teilweise durch Zartbitterschokolade ersetzen. Dann wirkt der Kuchen weniger süß.
- Wichtig beim Kadayif ist wirklich die Röstung. Blass geröstete Fäden schmecken schnell etwas teigig, goldbraun ist hier deutlich besser.
- Für saubere Stücke das Messer zwischen den Schnitten kurz abwischen. Bei der Ganache und der klebrigen Pistazien-Kadayif-Schicht macht das einen sichtbaren Unterschied.
- Im Kühlschrank hält sich der Cheesecake gut 3 Tage. Ich decke ihn am liebsten locker ab, damit die Oberfläche nicht stumpf wird.