Veganer Zitronen-Cheesecake ohne Backen mit Lemon Curd

Ich selbst bin nicht vegan oder vegetarisch, ich esse schon mal gerne ein schönes Steak oder einen herzhaften Braten. Ich habe aber einige vegetarische oder vegane FreundINNEN für die ich auch gerne mal vegan bzw. vegetarisch backe. Irgendwie fasziniert es mich immer aufs Neue, wie gut die angebotenen veganen Ersatzprodukte mittlerweile sind. Pflanzliche Milch, veganer Frischkäse, Eiersatz – die meisten Zutaten aus der veganen Küche unterscheiden sich kaum noch von den tierischen „Originalen“ und zwar weder in ihrem Koch- noch in ihrem Backverhalten.
Diesen No-Bake Zitronen-Cheesecake habe ich zum Kuchenbuffet meiner guten Freundin Gabriele beigesteuert. Gabriele ist schon seit seit über zehn Jahren Vegetarierin und hat sich zu ihrem Geburtstag gewünscht, dass alle mitgebrachten Kuchen vegan oder zumindest vegetarisch sein soll.
Dieser Cheesecake ist angenehm cremig, schön zitronig und hat genau diese leicht kühle Dessert-Stimmung, die ich bei Cheesecakes im Frühling und Sommer besonders mag. Was ich daran außerdem schätze: Das Rezept kommt ohne Cashews aus, braucht keine ellenlange Zutatenliste und lässt sich gut vorbereiten. Also eher die entspannte Sorte Kuchen. Mag ich sehr. Und die Geburtstagsgäste offensichtlich auch – der Kuchen war am Abend ratzeputz alle 😉
Was hier so gut zusammenpasst
Bei veganen Cheesecakes schaue ich immer zuerst auf die Textur, weil genau da viele Rezepte entweder zu fest oder seltsam puddingartig werden. Hier funktioniert die Mischung aber ziemlich zuverlässig. Die Kokoscreme bringt Fülle, der vegane Frischkäse sorgt für die typische Cheesecake-Richtung, und die Speisestärke hält alles zusammen, ohne dass die Füllung gummiartig wird. Das Ganze erinnert eher an einen klassischen gekühlten Cheesecake als an ein Ersatzprodukt. Und das ist ja meistens das, was man eigentlich möchte.
Die Zitrone ist deutlich da, aber nicht aggressiv. Eher frisch, rund und klar. Wenn oben noch etwas veganes Lemon Curd draufkommt, wird es noch intensiver, fast ein bisschen glänzend im Geschmack. Ich mag das besonders gern, wenn der Boden süß und buttrig ist, weil dann dieser kleine Kontrast entsteht. Nicht kompliziert, aber sehr stimmig.
Der Boden und die Füllung im Detail
Der Keksboden ist schlicht, was ich bei so einer Füllung richtig finde. Süße Kekse und vegane Butter, mehr braucht es eigentlich nicht. Wichtig ist nur, die Krümel wirklich fein zu mixen und den Boden ordentlich festzudrücken. Ich nehme dafür meistens den Boden von einem Trinkglas, das geht in einer kleinen Küche einfach am schnellsten und der Rand wird sauberer.
Die Füllung wird kurz im Topf angedickt, bevor der Frischkäse dazukommt. Genau dieser Schritt macht das Rezept angenehm alltagstauglich, weil man schnell merkt, wann die Masse die richtige Konsistenz bekommt. Sie soll deutlich dicker werden, fast wie eine weiche Zitronencreme. Wenn sie sich dabei kurz trennt, ist das nicht schlimm. Das passiert bei Stärke und Fett manchmal einfach zwischendurch. Spätestens mit dem Frischkäse wird es wieder glatt, solange man ordentlich rührt und die Zutaten nicht eiskalt sind.
Ich habe solche No-Bake-Cheesecakes gern über Nacht im Kühlschrank, auch wenn sie oft schon früher fest sind. Am nächsten Tag lassen sie sich sauberer schneiden und schmecken meistens noch runder. Gerade Zitrone gewinnt nach ein paar Stunden oft noch mal ein bisschen.
Wann ich ihn besonders gern mache
Für spontane Gäste ist das eher nichts, weil die Kühlzeit nun mal dazugehört. Aber wenn ich weiß, dass am nächsten Tag Freunde vorbeikommen (oder ich ihn, wie in diesem Fall erst am nächsten Tag zur Geburtstagsfeier mitbringe), ist das genau so ein Kuchen, den ich gern vorbereite. Kein Wasserbad, kein Hoffen auf die richtige Backstruktur, kein Ofen, der die Wohnung zusätzlich aufheizt.
Und optisch macht er auch was her, ohne dass man viel dekorieren muss. Schon eine glatte Schicht Lemon Curd oben drauf sieht schön aus. Wer mag, gibt noch etwas Zitronenabrieb oder ein paar sehr dünne Bio-Zitronenscheiben dazu. Mehr braucht es fast nicht. Ich mag ihn eher schlicht, vielleicht auch, weil in meiner Küche sowieso oft schon genug los ist, sobald zwei Backformen und ein Topf gleichzeitig herumstehen.
Ein paar kleine Dinge, die wirklich helfen
Bei No-Bake-Rezepten lohnt es sich, auf die Zutaten wirklich kurz zu achten. Die Kokoscreme sollte dick, cremig und löffelbar sein. Fettreduzierte und damit ziemlich wässrige Kokosmilch ist hier definitiv fehl am Platz. Sonst fehlt der Füllung Substanz. Auch veganer Frischkäse direkt aus dem Kühlschrank lässt sich, wie „richtiger“ Frischkäse aus Milch, oft schwer glatt rühren. Mit Raumtemperatur klappt das deutlich besser und man spart sich unnötige Klümpchen.
Beim Lemon Curd: nicht zu früh ungeduldig werden. Im Topf wirkt es manchmal erst recht flüssig und zieht dann plötzlich an. Nach dem Abkühlen wird es ohnehin noch fester. Ich streiche es gern erst auf den gut gekühlten Cheesecake, wenn beides nicht mehr warm ist. Dann bleibt die Oberfläche schöner und läuft nicht an den Seiten runter.
Veganer Zitronen-Cheesecake ohne Backen mit Lemon Curd
Zutaten:
Kochutensilien
Und so wird’s gemacht:
- Die Springform am Boden mit Backpapier auslegen. Wenn du eine Form mit Hebeboden hast, geht das ebenfalls gut. Wichtig ist vor allem, dass sich der Cheesecake später sauber lösen lässt.
- Bei No-Bake-Cheesecakes lohnt sich dieser kleine Schritt wirklich, weil die Füllung nach dem Kühlen zwar fest, aber nicht so stabil wie ein gebackener Kuchen ist. Ich fahre manchmal zusätzlich mit einem dünnen Messer ganz kurz am Rand entlang, bevor ich die Form öffne.
- Die Kekse in einem Mixer oder Food Processor fein zerkleinern, bis gleichmäßige Krümel entstehen. Danach die geschmolzene vegane Butter zugeben und nur so lange mixen, bis alles wie feuchter Sand aussieht.
- Die Mischung in die vorbereitete Form geben und fest auf den Boden drücken. Mit dem Boden eines Glases klappt das besonders ordentlich, gerade am Rand. Dann die Form erst einmal beiseitestellen. Wer mag, stellt sie schon kurz in den Kühlschrank, damit der Boden schneller anzieht.
- Kokoscreme, Zucker, Zitronensaft mit Abrieb und die Speisestärke in einen mittelgroßen Topf geben. Alles mit dem Schneebesen glatt verrühren, damit keine Stärkeklümpchen bleiben. Erst dann den Topf auf den Herd stellen.
- Die Mischung bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren etwa 5 Minuten erwärmen, bis sie deutlich andickt und an eine dicke Zitronencreme erinnert. Es ist nicht schlimm, wenn die Masse zwischendurch leicht getrennt aussieht. Das reguliert sich meistens wieder. Hier nicht zu heiß arbeiten, sonst setzt die Stärke schnell am Topfboden an.
- Den veganen Frischkäse direkt in die heiße, aber nicht mehr kochende Zitronenmischung geben. Alles gründlich verrühren, bis die Masse glatt ist und keine Klümpchen mehr zu sehen sind. Zimmerwarmer Frischkäse macht diesen Schritt deutlich leichter.
- Die Füllung sollte nun cremig und etwas dicklich sein. Falls noch kleine Stückchen sichtbar sind, kurz mit einem Schneebesen kräftig rühren oder notfalls einen Stabmixer ganz kurz einsetzen. Meistens reicht aber schon etwas Geduld.
- Die Füllung auf den vorbereiteten Boden geben und die Oberfläche mit einem Teigschaber glattziehen. Die Form abdecken, damit der Cheesecake im Kühlschrank keine anderen Gerüche annimmt.
- Anschließend mindestens 4 Stunden, besser 5 Stunden, kühlen, bis die Masse fest geworden ist. Ich lasse ihn oft länger im Kühlschrank, weil sich die Stücke dann sauberer schneiden lassen. Für schöne Schnitte das Messer zwischendurch kurz abwischen.
- Für das optionale Topping pflanzliche Milch, Speisestärke, Zucker, Zitronensaft mit Abrieb und eine kleine Prise Kurkuma in einen Topf geben. Alles kalt verrühren, damit die Stärke sich gut löst.
- Dann die Mischung bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren erwärmen, bis sie eindickt. Das dauert ungefähr 5 Minuten. Nach dem Abkühlen wird das Curd noch etwas fester, also nicht zu lange kochen. Anschließend kurz abkühlen lassen.
- Den gekühlten Cheesecake vorsichtig aus der Form lösen. Das Lemon Curd auf die Oberfläche geben und locker verstreichen. Wenn du magst, kannst du den Rand frei lassen oder das Topping ganz bis außen ziehen.
- Vor dem Servieren gern noch etwas Zitronenabrieb darübergeben. Der Cheesecake schmeckt gut gekühlt am besten und ist am zweiten Tag fast noch besser als direkt nach dem Festwerden.
Notizen
- Der Cheesecake hält sich luftdicht verpackt im Kühlschrank etwa 3 Tage.
- Zum Einfrieren eignet er sich ebenfalls. Einzelne Stücke lassen sich praktisch portioniert auftauen.
- Wenn du keine Kokoscreme verwenden möchtest, kannst du stattdessen mehr veganen Frischkäse nehmen. Der Geschmack wird dann etwas weniger rund, aber immer noch gut.
- Achte bei der Kokoscreme darauf, wirklich den festen Teil aus der Dose zu verwenden. Mit zu flüssiger Kokosmilch wird die Füllung deutlich weicher.
- Für eine etwas kräftigere Zitronennote kann die Menge an Zitronensaft und Abrieb leicht erhöht werden. Ich würde das aber eher schrittweise machen.
FAQ (Die häufigsten Fragen)
Was ist der Unterschied zwischen Cheesecake und Käsekuchen?
Der wichtigste Unterschied zwischen Cheesecake und Käsekuchen liegt in der Hauptzutat der Füllung: Cheesecake wird traditionell mit Frischkäse zubereitet, während klassischer deutscher Käsekuchen meist auf Quark basiert. Dadurch unterscheiden sich beide Kuchen deutlich in Geschmack, Konsistenz und Zubereitung. Cheesecake ist meist cremiger, dichter und reichhaltiger, während Käsekuchen lockerer, luftiger und oft etwas frischer schmeckt.
Womit kann ich Zutaten wie Frischkäse, Graham Cracker oder Quark ersetzen?
Viele typische Cheesecake-Zutaten lassen sich problemlos ersetzen, wenn du gerade nicht alles im Haus hast oder ein bestimmtes Produkt im Supermarkt nicht findest. Frischkäse kann häufig durch Mascarpone, Quark oder Ricotta ersetzt werden, Graham Cracker lassen sich sehr gut durch Butterkekse, Vollkornkekse oder Digestive-Kekse austauschen, und Quark kann je nach Rezept durch Frischkäse, Skyr oder griechischen Joghurt ersetzt werden. Wichtig ist dabei: Jede Alternative verändert den Cheesecake leicht – manchmal in Geschmack und Süße, manchmal aber auch deutlich bei Konsistenz, Kalorien und Backverhalten.
Wann ist ein Cheesecake fertig gebacken?
Ein Cheesecake ist fertig gebacken, wenn die Ränder fest wirken, die Mitte beim leichten Rütteln aber noch leicht wackelt und nicht komplett starr ist. Genau dieses leicht „wabbelige“ Zentrum ist bei vielen Cheesecake-Rezepten sogar gewünscht, denn der Kuchen gart durch die Resthitze beim Abkühlen noch nach und wird erst während der Kühlzeit vollständig fest. Ist der gesamte Cheesecake bereits im Ofen komplett fest, wurde er häufig schon zu lange gebacken und kann später trocken oder rissig werden.
Warum ist mein Cheesecake gerissen?
Ein Cheesecake reißt meist, wenn er zu heiß, zu lange oder zu ungleichmäßig gebacken wurde. Die häufigsten Ursachen sind eine zu hohe Ofentemperatur, Überbacken oder ein zu schnelles Abkühlen nach dem Backen. Dabei trocknet die Oberfläche schneller aus als das Innere des Kuchens und zieht sich unterschiedlich stark zusammen – dadurch entstehen typische Risse auf der Oberfläche.
Aber keine Sorge: Optisch ist das zwar ärgerlich, geschmacklich ist ein gerissener Cheesecake aber meist völlig in Ordnung.
Wie lange muss Cheesecake nach dem Backen abkühlen?
Ein Cheesecake sollte nach dem Backen zunächst etwa 1 bis 2 Stunden bei Raumtemperatur abkühlen, bevor er in den Kühlschrank kommt. Danach sollte er mindestens 4 Stunden, besser jedoch über Nacht, vollständig durchkühlen, damit er seine endgültige Festigkeit und cremige Konsistenz entwickelt. Direkt nach dem Backen wirkt ein Cheesecake oft noch weich und leicht wackelig – das ist völlig normal. Erst durch das langsame Abkühlen und anschließende Kühlen wird er wirklich schnittfest.
Wie bewahre ich Cheesecake richtig auf?
Cheesecake sollte immer im Kühlschrank aufbewahrt werden, da er durch Zutaten wie Frischkäse, Quark, Eier oder Sahne sehr empfindlich ist. Am besten lagerst du ihn gut abgedeckt oder in einer luftdichten Kuchenbox, damit er keine Fremdgerüche annimmt und nicht austrocknet. Im Kühlschrank hält sich Cheesecake in der Regel etwa 3 bis 5 Tage frisch, je nach Rezept und verwendeten Zutaten.
Kann ich Cheesecake einfrieren?
Ja, Cheesecake lässt sich in den meisten Fällen sehr gut einfrieren. Sowohl gebackene als auch viele No-Bake-Cheesecakes können problemlos mehrere Wochen bis Monate tiefgekühlt werden, wenn sie richtig verpackt sind. Wichtig ist vor allem, den Cheesecake vollständig abkühlen zu lassen, ihn luftdicht zu verpacken und später langsam im Kühlschrank wieder aufzutauen. So bleiben Geschmack und Konsistenz meist erstaunlich gut erhalten.