Pizza di Ricotta mit Schokolade und Brandy

Pizza di Ricotta ist einer dieser italienischen Kuchen, die erst einmal schlicht wirken und dann beim ersten Stück sehr hängenbleiben. Der mürbe Teig, die süße Ricottafüllung, kleine Schokostückchen und ein Hauch Brandy machen ihn irgendwie altmodisch im besten Sinn. Ich mag solche Rezepte sehr, weil sie nicht geschniegelt wirken müssen. Sie dürfen ein bisschen rustikal aussehen und schmecken trotzdem nach etwas Besonderem. Diese Pizza di Ricotta stammt aus Apulien und hat genau diese warme, süße, leicht festliche Art, die ich an vielen italienischen Backrezepten so mag.
Was an dieser Pizza di Ricotta so schön ist
Anders als ein klassischer amerikanischer Cheesecake ist diese Variante deutlich bodenständiger. Die Füllung ist nicht ganz so schwer, eher kompakt-cremig, und der Teig erinnert an eine feine Pasta frolla. Das macht den Kuchen nicht trocken, aber eben auch nicht wackelig oder ultra-luftig. Ich finde genau das spannend, weil man hier ganz klar merkt, dass Ricotta anders arbeitet als Frischkäse.
Die Schokolade kommt nicht als Glasur oder Swirl daher, sondern ganz direkt in kleinen Stücken in die Füllung. Beim Essen hat man dadurch immer mal wieder diesen leicht knackigen Biss. Wenn der Kuchen gut durchgekühlt ist, wird das noch schöner. Der Brandy fällt nicht dominant aus, eher wie ein leiser Hintergrund, der die Süße etwas runder macht. Wer italienische Desserts mag, wird die Richtung sofort erkennen.
Der Teig und die Füllung im Zusammenspiel
Bei solchen Kuchen lohnt es sich, den Teig wirklich nur kurz zu verarbeiten. Sobald Butter und Mehl zu warm werden, verliert er schnell diese mürbe Struktur, die hier eigentlich so wichtig ist. In meiner kleinen Küche rolle ich solche Teige oft zügig zwischen zwei Arbeitsschritten aus und schiebe alles lieber einmal kurz zu viel in den Kühlschrank als zu wenig. Das spart später Nerven.
Die Ricottafüllung sollte glatt sein, aber nicht aufgeschlagen. Ich rühre nur so lange, bis Zucker, Eigelb und Ricotta verbunden sind. Zu viel Luft braucht sie nicht. Wichtig ist auch, dass die Ricotta nicht zu feucht ist. Wenn sie sehr frisch und nass wirkt, sollte sie wirklich über Nacht abtropfen. Sonst wird die Mitte schnell zu weich und der Boden leidet am Ende auch.
Wann ich ihn besonders gern backe
Ich mache so eine Pizza di Ricotta gern, wenn ich Lust auf etwas anderes als den üblichen cremigen Back-Cheesecake habe. Für einen Sonntagskaffee mit Freunden passt sie super, weil sie sich gut vorbereiten lässt und am nächsten Tag fast noch besser schmeckt. Gerade solche Kuchen mag ich, wenn Besuch kommt und ich nicht auf den letzten Drücker dekorieren oder irgendeine Glasur retten muss.
Optisch lebt der Kuchen von seinem Gitter aus Teig. Das muss gar nicht perfekt sein. Eher im Gegenteil. Ein leicht unregelmäßiges Muster sieht oft hübscher aus als eine zu exakte Version. Nach dem Kühlen schneidet sich der Kuchen sauberer, und mit einem kurz abgewischten Messer werden die Stücke besonders ordentlich. Dazu passt Espresso sehr gut, aber auch ein milder Cappuccino oder, wenn es etwas festlicher sein darf, ein kleines Glas Vin Santo.
Pizza di Ricotta mit Schokolade und Brandy
Zutaten:
Kochutensilien
Und so wird’s gemacht:
- Mehl, Zucker, kalte Butter, Ei und Eigelb in eine Schüssel geben. Alles zügig zu einem glatten, eher festen Teig verkneten. Hier lohnt es sich, wirklich schnell zu arbeiten, damit die Butter nicht zu weich wird und der Teig später schön mürbe bleibt. Den Teig zu einer flachen Scheibe drücken, in Frischhaltefolie wickeln und für etwa 30 Minuten kalt stellen.
- In einer zweiten Schüssel Ricotta, Zucker und Eigelb verrühren, bis eine glatte Masse entsteht. Nicht unnötig lange schlagen, sonst kommt zu viel Luft hinein. Zitronenabrieb unterrühren. Die Schokolade grob hacken oder in kleine Stücke brechen und zusammen mit dem Brandy in die Füllung geben. Alles kurz vermischen und ebenfalls kalt stellen. Wenn die Ricotta sehr feucht ist, vorher am besten über Nacht in einem Sieb im Kühlschrank abtropfen lassen.
- Den Ofen auf 160 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Springform mit 26 cm Durchmesser fetten und den Boden mit Backpapier auslegen. Das hilft später beim Lösen des Kuchens deutlich.
- Etwa zwei Drittel des gekühlten Teigs auf einer leicht bemehlten Fläche ausrollen. Die Form damit auskleiden, dabei einen Rand hochziehen. Überstehenden Teig abschneiden. Den Boden mehrmals mit einer Gabel einstechen, damit er beim Backen nicht zu stark aufgeht.
- Die Ricottafüllung auf dem Teig verteilen und glatt streichen. Den restlichen Teig ausrollen, in Streifen schneiden und gitterförmig auf die Füllung legen. Das muss nicht millimetergenau sein, ein wenig rustikale Optik passt hier sehr gut.
- Den Kuchen auf mittlerer Schiene etwa 60 Minuten backen, bis der Teig goldbraun ist und die Füllung sichtbar gesetzt wirkt. Die Mitte darf noch ganz leicht nachgeben, sie zieht beim Abkühlen noch etwas an. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und vollständig in der Form auskühlen lassen.
- Anschließend für mindestens 1 Stunde in den Kühlschrank stellen. Gut gekühlt lässt sich die Pizza di Ricotta sauber schneiden und die Füllung bekommt genau die richtige, leicht feste Cremigkeit.
Notizen
- Wenn die Ricotta sehr frisch ist, sollte sie unbedingt über Nacht abtropfen, sonst wird die Füllung zu weich.
- Statt Brandy kann auch Marsala verwendet werden, wenn du dem Kuchen eine noch etwas italienischere Richtung geben möchtest.
- Die Schokolade darf ruhig grob gehackt sein, dann hat man im Anschnitt und beim Essen kleine Stückchen statt feiner Splitter.
- Der Kuchen hält sich im Kühlschrank gut 2 bis 3 Tage und schmeckt am zweiten Tag oft sogar noch runder.
- Zum Servieren reicht oft schon etwas Puderzucker, mehr braucht dieser Kuchen eigentlich nicht.