Veganer Zitronen-Cheesecake ohne Backen mit Lemon Curd

An manchen Tagen will ich keinen Ofen anschalten. Gerade wenn die Küche sowieso schon warm ist oder ich einfach Lust auf etwas Helles, Frisches habe, landet so ein veganer Zitronen-Cheesecake ohne Backen ziemlich weit oben auf meiner Liste. Der ist angenehm cremig, schön zitronig und hat genau diese leicht kühle Dessert-Stimmung, die ich bei Cheesecakes im Frühling und Sommer besonders mag. Was ich daran außerdem schätze: Das Rezept kommt ohne Cashews aus, braucht keine ellenlange Zutatenliste und lässt sich gut vorbereiten. Also eher die entspannte Sorte Kuchen. Mag ich sehr.
Was hier so gut zusammenpasst
Bei veganen Cheesecakes schaue ich immer zuerst auf die Textur, weil genau da viele Rezepte entweder zu fest oder seltsam puddingartig werden. Hier funktioniert die Mischung aber ziemlich zuverlässig. Die Kokoscreme bringt Fülle, der vegane Frischkäse sorgt für die typische Cheesecake-Richtung, und die Speisestärke hält alles zusammen, ohne dass die Füllung gummiartig wird. Das Ganze erinnert eher an einen klassischen gekühlten Cheesecake als an ein Ersatzprodukt. Und das ist ja meistens das, was man eigentlich möchte.
Die Zitrone ist deutlich da, aber nicht aggressiv. Eher frisch, rund und klar. Wenn oben noch etwas veganes Lemon Curd draufkommt, wird es noch intensiver, fast ein bisschen glänzend im Geschmack. Ich mag das besonders gern, wenn der Boden süß und buttrig ist, weil dann dieser kleine Kontrast entsteht. Nicht kompliziert, aber sehr stimmig.
Der Boden und die Füllung im Detail
Der Keksboden ist schlicht, was ich bei so einer Füllung richtig finde. Süße Kekse und vegane Butter, mehr braucht es eigentlich nicht. Wichtig ist nur, die Krümel wirklich fein zu mixen und den Boden ordentlich festzudrücken. Ich nehme dafür meistens den Boden von einem Trinkglas, das geht in einer kleinen Küche einfach am schnellsten und der Rand wird sauberer.
Die Füllung wird kurz im Topf angedickt, bevor der Frischkäse dazukommt. Genau dieser Schritt macht das Rezept angenehm alltagstauglich, weil man schnell merkt, wann die Masse die richtige Konsistenz bekommt. Sie soll deutlich dicker werden, fast wie eine weiche Zitronencreme. Wenn sie sich dabei kurz trennt, ist das nicht schlimm. Das passiert bei Stärke und Fett manchmal einfach zwischendurch. Spätestens mit dem Frischkäse wird es wieder glatt, solange man ordentlich rührt und die Zutaten nicht eiskalt sind.
Ich habe solche No-Bake-Cheesecakes gern über Nacht im Kühlschrank, auch wenn sie oft schon früher fest sind. Am nächsten Tag lassen sie sich sauberer schneiden und schmecken meistens noch runder. Gerade Zitrone gewinnt nach ein paar Stunden oft noch mal ein bisschen.
Wann ich ihn besonders gern mache
Für spontane Gäste ist das eher nichts, weil die Kühlzeit nun mal dazugehört. Aber wenn ich weiß, dass am nächsten Tag Freunde vorbeikommen, ist das genau so ein Kuchen, den ich gern vorbereite. Kein Wasserbad, kein Hoffen auf die richtige Backstruktur, kein Ofen, der die Wohnung zusätzlich aufheizt. In meinem Alltag ist das ziemlich praktisch.
Und optisch macht er auch was her, ohne dass man viel dekorieren muss. Schon eine glatte Schicht Lemon Curd oben drauf sieht schön aus. Wer mag, gibt noch etwas Zitronenabrieb oder ein paar sehr dünne Zitronenscheiben dazu. Mehr braucht es fast nicht. Ich mag ihn eher schlicht, vielleicht auch, weil in meiner Küche sowieso oft schon genug los ist, sobald zwei Backformen und ein Topf gleichzeitig herumstehen.
Ein paar kleine Dinge, die wirklich helfen
Bei No-Bake-Rezepten lohnt es sich, auf die Zutaten wirklich kurz zu achten. Die Kokoscreme sollte dick und löffelbar sein, nicht einfach nur flüssige Kokosmilch. Sonst fehlt der Füllung Substanz. Auch veganer Frischkäse direkt aus dem Kühlschrank lässt sich oft schwer glatt rühren. Mit Raumtemperatur klappt das deutlich besser und man spart sich unnötige Klümpchen.
Falls du das Lemon Curd machst: nicht zu früh ungeduldig werden. Im Topf wirkt es manchmal erst recht flüssig und zieht dann plötzlich an. Nach dem Abkühlen wird es ohnehin noch fester. Ich streiche es gern erst auf den gut gekühlten Cheesecake, wenn beides nicht mehr warm ist. Dann bleibt die Oberfläche schöner und läuft nicht an den Seiten runter.
Zutaten:
Kochutensilien
Und so wird’s gemacht:
- Die Springform am Boden mit Backpapier auslegen. Wenn du eine Form mit Hebeboden hast, geht das ebenfalls gut. Wichtig ist vor allem, dass sich der Cheesecake später sauber lösen lässt.
- Bei No-Bake-Cheesecakes lohnt sich dieser kleine Schritt wirklich, weil die Füllung nach dem Kühlen zwar fest, aber nicht so stabil wie ein gebackener Kuchen ist. Ich fahre manchmal zusätzlich mit einem dünnen Messer ganz kurz am Rand entlang, bevor ich die Form öffne.
- Die Kekse in einem Mixer oder Food Processor fein zerkleinern, bis gleichmäßige Krümel entstehen. Danach die geschmolzene vegane Butter zugeben und nur so lange mixen, bis alles wie feuchter Sand aussieht.
- Die Mischung in die vorbereitete Form geben und fest auf den Boden drücken. Mit dem Boden eines Glases klappt das besonders ordentlich, gerade am Rand. Dann die Form erst einmal beiseitestellen. Wer mag, stellt sie schon kurz in den Kühlschrank, damit der Boden schneller anzieht.
- Kokoscreme, Zucker, Zitronensaft mit Abrieb und die Speisestärke in einen mittelgroßen Topf geben. Alles mit dem Schneebesen glatt verrühren, damit keine Stärkeklümpchen bleiben. Erst dann den Topf auf den Herd stellen.
- Die Mischung bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren etwa 5 Minuten erwärmen, bis sie deutlich andickt und an eine dicke Zitronencreme erinnert. Es ist nicht schlimm, wenn die Masse zwischendurch leicht getrennt aussieht. Das reguliert sich meistens wieder. Hier nicht zu heiß arbeiten, sonst setzt die Stärke schnell am Topfboden an.
- Den veganen Frischkäse direkt in die heiße, aber nicht mehr kochende Zitronenmischung geben. Alles gründlich verrühren, bis die Masse glatt ist und keine Klümpchen mehr zu sehen sind. Zimmerwarmer Frischkäse macht diesen Schritt deutlich leichter.
- Die Füllung sollte nun cremig und etwas dicklich sein. Falls noch kleine Stückchen sichtbar sind, kurz mit einem Schneebesen kräftig rühren oder notfalls einen Stabmixer ganz kurz einsetzen. Meistens reicht aber schon etwas Geduld.
- Die Füllung auf den vorbereiteten Boden geben und die Oberfläche mit einem Teigschaber glattziehen. Die Form abdecken, damit der Cheesecake im Kühlschrank keine anderen Gerüche annimmt.
- Anschließend mindestens 4 Stunden, besser 5 Stunden, kühlen, bis die Masse fest geworden ist. Ich lasse ihn oft länger im Kühlschrank, weil sich die Stücke dann sauberer schneiden lassen. Für schöne Schnitte das Messer zwischendurch kurz abwischen.
- Für das optionale Topping pflanzliche Milch, Speisestärke, Zucker, Zitronensaft mit Abrieb und eine kleine Prise Kurkuma in einen Topf geben. Alles kalt verrühren, damit die Stärke sich gut löst.
- Dann die Mischung bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren erwärmen, bis sie eindickt. Das dauert ungefähr 5 Minuten. Nach dem Abkühlen wird das Curd noch etwas fester, also nicht zu lange kochen. Anschließend kurz abkühlen lassen.
- Den gekühlten Cheesecake vorsichtig aus der Form lösen. Das Lemon Curd auf die Oberfläche geben und locker verstreichen. Wenn du magst, kannst du den Rand frei lassen oder das Topping ganz bis außen ziehen.
- Vor dem Servieren gern noch etwas Zitronenabrieb darübergeben. Der Cheesecake schmeckt gut gekühlt am besten und ist am zweiten Tag fast noch besser als direkt nach dem Festwerden.
Notizen
- Der Cheesecake hält sich luftdicht verpackt im Kühlschrank etwa 3 Tage.
- Zum Einfrieren eignet er sich ebenfalls. Einzelne Stücke lassen sich praktisch portioniert auftauen.
- Wenn du keine Kokoscreme verwenden möchtest, kannst du stattdessen mehr veganen Frischkäse nehmen. Der Geschmack wird dann etwas weniger rund, aber immer noch gut.
- Achte bei der Kokoscreme darauf, wirklich den festen Teil aus der Dose zu verwenden. Mit zu flüssiger Kokosmilch wird die Füllung deutlich weicher.
- Für eine etwas kräftigere Zitronennote kann die Menge an Zitronensaft und Abrieb leicht erhöht werden. Ich würde das aber eher schrittweise machen.