Caramel Chocolate Coffee Cheesecake mit Marmorierung

Manchmal merkt man schon beim Rühren der Creme, dass da etwas ziemlich Gutes im Ofen landen wird. So ging es mir bei diesem Caramel Chocolate Coffee Cheesecake. Drei Schüsseln auf der Arbeitsplatte, ein bisschen Chaos zwischen Frischkäse, Karamellsauce und starkem Kaffee, und am Ende diese hübske Marmorierung, bei der sowieso nie zwei Kuchen gleich aussehen. Genau das mag ich daran. Der Cheesecake schmeckt voll und cremig, aber nicht stumpf süß, weil der Kaffee alles etwas erdet. Für lange Abende mit Freunden ist das so ein Kuchen, von dem am Anfang alle sagen, sie nehmen nur ein kleines Stück. Naja. Meistens bleibt es nicht dabei.
Was hier geschmacklich passiert
Karamell, Schokolade und Kaffee sind zusammen ziemlich intensiv, aber in der Frischkäsemasse wird das erstaunlich rund. Das Karamell bringt Wärme und eine leichte Toffee-Note mit, die Schokolade macht den Kuchen etwas tiefer und satter, und der Kaffee zieht das Ganze geschmacklich wieder zusammen. Ich mag das sehr, weil die Aromen nicht nebeneinander stehen, sondern eher ineinanderlaufen.
Die Basis bleibt trotzdem ein klassischer gebackener Cheesecake. Also cremig, dicht, aber nicht schwer. Die saure Sahne nimmt der Füllung ein wenig die Wucht, und genau deshalb wirkt der Kuchen nicht überladen. Am nächsten Tag schmeckt er sogar noch besser, finde ich jedenfalls. Dann ist alles schön durchgezogen und die Stücke lassen sich sauber schneiden.
Warum die Marmorierung mehr ist als nur Deko
Natürlich sieht so ein Swirl gut aus, keine Frage. Aber bei diesem Caramel Chocolate Coffee Cheesecake hat die Marmorierung auch geschmacklich ihren Sinn. Man erwischt eben nicht in jedem Bissen exakt dasselbe Verhältnis, und das macht den Kuchen lebendig. Mal kommt erst die Kaffeenote, mal mehr Schokolade, mal dieses weiche Karamell.
Wichtig ist dabei, die drei Massen wirklich nur locker zu vermischen, wenn sie in der Form sind. Ich gehe mit einem Messer oder Holzstäbchen in ein paar großen Bögen durch den Teig und höre dann auf. Wenn man zu gründlich marmoriert, verschwinden die einzelnen Bereiche schnell und alles wird eher beige-braun als schön kontrastreich. Schmeckt zwar immer noch, sieht aber etwas müder aus.
Backen ohne Stress
Bei Cheesecake bin ich inzwischen ziemlich entspannt, aber ein paar Dinge helfen einfach immer. Die Zutaten sollten möglichst Zimmertemperatur haben, damit die Creme glatt wird und man nicht ewig rühren muss. Gerade Frischkäse mag es gar nicht, wenn er direkt aus dem Kühlschrank verarbeitet wird. Dann entstehen schnell kleine Klümpchen, und man rührt am Ende mehr Luft hinein als nötig.
Außerdem rühre ich die Eier wirklich nur kurz unter. Nicht aus Perfektionismus, eher aus Erfahrung. Zu viel Luft in der Masse kann beim Backen eher zu Rissen führen. Und falls der Kuchen in der Mitte beim Herausnehmen noch leicht wackelt: gut so. Ein Cheesecake zieht beim Abkühlen noch deutlich an. Ich lasse ihn gern wie hier erst im ausgeschalteten Ofen stehen, mit leicht geöffneter Tür. Das langsame Abkühlen macht viel aus.
Wann ich ihn besonders gern mache
Nicht für den ganz spontanen Mittwochabend, dafür braucht er einfach seine Kühlzeit. Aber wenn Besuch kommt oder ich weiß, dass ich am nächsten Tag ein Dessert brauche, ist er ziemlich ideal. Man kann ihn komplett am Vortag backen, in Ruhe kalt werden lassen und kurz vor dem Servieren nur noch dekorieren. In meiner kleinen Küche ist das immer ein Pluspunkt, weil ich nicht alles gleichzeitig machen muss.
Dazu passt übrigens einfach geschlagene Sahne sehr gut. Mehr braucht es fast nicht. Wer mag, gibt noch etwas extra Karamellsauce darüber oder ein paar knusprige Karamellstückchen. Ich mag auch ein paar Keksbrösel oben drauf, weil das noch etwas Textur reinbringt. Der Kuchen selbst ist nämlich sehr cremig, da ist ein kleines bisschen Crunch nie verkehrt.
Caramel Chocolate Coffee Cheesecake mit Marmorierung
Zutaten:
Kochutensilien
Und so wird’s gemacht:
- Den Ofen auf 163 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Springform am Boden mit Backpapier auslegen und den Rand leicht einfetten. Ich spanne das Papier gern direkt mit ein, dann verrutscht nichts.
- Die Keksbrösel mit der geschmolzenen Butter verrühren, bis alles gleichmäßig feucht aussieht. Die Mischung in die Form geben und auf dem Boden fest andrücken. Mit dem Boden eines Glases klappt das ziemlich ordentlich und ohne klebrige Finger. Wer mag, kann den Boden 8 Minuten vorbacken, dann wird er später noch etwas stabiler. Es geht aber auch ohne.
- Den Frischkäse in eine große Schüssel geben und cremig rühren, bis keine festen Stückchen mehr da sind. Dann Zucker und Vanille dazugeben und nur so lange weiterrühren, bis alles glatt ist.
- Die Eier einzeln auf niedriger Stufe unterrühren. Wirklich nur kurz, gerade bis sie verschwunden sind. Danach saure Sahne und Schlagsahne einarbeiten. Die Creme sollte glatt und recht weich sein, aber nicht schaumig. Wenn man hier zu lange mixt, kommt unnötig viel Luft hinein.
- Die Cheesecake-Masse in drei möglichst gleich große Portionen aufteilen. In die erste Portion die Karamellsauce rühren. In die zweite kommt die Schokoladensauce. In die dritte der abgekühlte starke Kaffee.
- Alle drei Massen nur kurz verrühren, bis sie gleichmäßig gefärbt sind. Gerade bei der Kaffeeportion lohnt es sich, den Kaffee wirklich komplett auskühlen zu lassen, damit die Creme nicht dünner wird als nötig.
- Zuerst die Karamellmasse auf den Boden geben und glattstreichen. Danach die Schokoladenmasse portionsweise darauf verteilen. Zum Schluss die Kaffeemasse darübergeben.
- Mit einem Messer oder Holzstäbchen in lockeren Bewegungen durch die Creme ziehen. Ich mache dafür eher wenige, größere Schwünge statt ganz vieler kleiner Linien. So bleibt die Marmorierung sichtbar und die Aromen vermischen sich nicht zu stark.
- Den Cheesecake auf der mittleren Schiene etwa 55 bis 60 Minuten backen. Die Mitte darf am Ende noch leicht wackeln, wenn man die Form vorsichtig bewegt. Genau dann ist der Punkt meistens richtig.
- Den Ofen ausschalten und die Tür einen kleinen Spalt öffnen. Den Kuchen noch 1 Stunde im Ofen stehen lassen. Dieses langsame Abkühlen hilft oft dabei, Risse zu vermeiden. Danach den Cheesecake herausnehmen und erst bei Raumtemperatur weiter abkühlen lassen.
- Den vollständig abgekühlten Kuchen mindestens 4 Stunden, besser über Nacht, im Kühlschrank fest werden lassen. Dann bekommt er die angenehm cremige, aber saubere Konsistenz, die man beim Anschneiden haben möchte.
- Vor dem Servieren mit geschlagener Sahne, Karamellstückchen und ein paar Bröseln dekorieren. Wer es etwas opulenter mag, gibt noch einen feinen Faden Karamellsauce darüber. Für saubere Stücke das Messer zwischen den Schnitten kurz abwischen, das macht wirklich einen Unterschied.
Notizen
- Dieser Caramel Chocolate Coffee Cheesecake lässt sich sehr gut am Vortag backen und schmeckt nach einer Nacht im Kühlschrank sogar noch runder.
- Statt Graham Crackern funktionieren auch Butterkekse oder Digestive Biscuits ohne Probleme.
- Wenn du eine kräftigere Kaffeenote möchtest, nimm Espresso statt Filterkaffee, aber gut abgekühlt.
- Die Schokoladensauce sollte eher dickflüssig sein. Sehr dünne Dessertsoßen machen die entsprechende Teigportion schnell zu weich.
- Gut gekühlt hält sich der Cheesecake etwa 3 Tage im Kühlschrank. Zum Einfrieren am besten ohne Topping portionsweise verpacken.