Cookie Dough Cheesecake mit Schokostückchen

Als Kind habe ich mit Begeisterung rohen Keksteig gegessen! Immer, wenn meine Oma oder meine Mama an Weihnachten Kekse gebacken haben, habe ich vom Keksteig genascht. Wenn sie mich erwischt haben – und das war meistens der Fall – haben sie mich mehr oder weniger ernsthaft ausgeschimpft. Besonders meine Oma erzählte immer ziemlich drastische Geschichten darüber, wie ungesund Keksteig sei. Dass man davon Bauchweh bekommt oder gar Läuse im Bauch und all so was. Das hat mich aber alles nicht sehr beeindruckt und wie gesagt: So richtig ernst haben es die beiden mit ihrer Schimpferei glaube ich auch nicht gemeint…
Mittlerweile ist roher Keksteig in zahlreichen Produkten, angefangen natürlich beim beliebten Cookie Dough Eis von Ben Jerry’s (Das, wer hätte es gedacht, zu meinen absoluten Lieblingseissorten zählt und von dem es mittlerweile zahlreiche Varianten gibt), über M&M mit Cookie Dough bis hin zu Cookie Dough zum Löffeln. Warum also nicht auch einen Cookie Dough Cheesecake?
Cookie Dough Cheesecake – Amerikanischer geht’s fast nicht mehr
Dieser Cookie Dough Cheesecake ist eindeutig amerikanisch. Er ist reichhaltig, cremig und gefüllt mit jeder Menge leckerem Keksteig mit kleinen Schokostückchen. Er ist eine sehr gelungene Kombination aus einem klassischen, gebackenem New-York-Style-Cheesecake und „edible cookie dough“, also essbarem Keksteig.
Der Keksteig kommt in die Füllung des Cheesecakes und sorgt da für eine ziemlich leckere Ergänzung in Struktur und Geschmack der ansonsten cremigen Füllung. Wer möchte kann einen Teil des Keksteigs übrig behalten und den Cheesecake damit dekorieren.
Übrigens: Ich Rezept schreibe ich zwar von Keksteigkugeln, aber das muss nicht sein. Der Kuchen schmeckt auch, wenn man aus dem fertigen Keksteig mit den Fingern unregelmäßig große Stücke herausrupft oder -reißt und diese dann unter die Füllung rührt. Diese Variante sorgt noch für etwas mehr Abwechslung im Cheesecake, denn je nach Größe sind die Cookie-Dough-Stückchen dann im fertigen Kuchen richtig gut durchgebacken oder im Inneren wirklich noch roh. Das sorgt dann für noch mehr unterschiedliche Strukturen im Cheesecake.
Roher Keksteig? Kein Problem!
Wer Bedenken hat wegen dem rohen Keksteig: Wer frische Zutaten verwendet, braucht sich eigentlich keine Gedanken machen. Für den Keksteig werden nur Zutaten verwendet, die man auch sonst roh essen kann, wie zum Beispiel Butter, Mehl und Zucker. Es kommen keine Eier in den Teig (weswegen man aus dem Teig auch eigentlich keine Kekse backen kann), noch sonst Zutaten, die man nicht roh bzw. ungebacken essen könnte.
Tipps für den perfekten Cookie Dough Cheesecake
Wie immer hilft es beim Rühren der Cheesecake-Füllung, wenn alle Zutaten zimmerwarm sind, denn dann lassen sich sich leichter verrühren und es dauert nicht so lange, bis eine homogene Masse entsteht. Denn je länger man rührt, desto mehr Luft wird in die Creme eingerührt. Diese dehnt sich dann beim Backen aus und kann zu unschönen Rissen in der Cheesecakeoberfläche führen.
Also: Am besten alle Zutaten für die Cheesecakefüllung, also Frischkäse, saure Sahne und Eier, ein bis zwei Stunden vor dem Backen aus dem Kühlschrank nehmen!
A propos Risse: Nachdem der Cheesecake fertig gebacken ist, sollte man ihn langsam abkühlen lassen. Also erst mal den Ofen abschalten, die Ofentür einen Spalt öffnen und den Cheesecake eine halbe Stunde ruhen lassen. Dann den Cheesecake aus dem Ofen nehmen und ihn auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Und dann schließlich im Kühlschrank richtig durchkühlen lassen – und zwar am besten über Nacht!
Durch das langsame, schrittweise abkühlen hat der Cheesecake ausreichend Zeit, fest zu werden und gleichmäßig und nicht zu schnell abzukühlen. Auch dadurch werden Risse in der Oberfläche vermieden und der Cookie Dough Cheesecake wird wunderbar cremig.
Am nächsten Tag dann nur noch die Sahne mit dem Puderzucker aufschlagen und die Oberfläche des Cheesecakes damit dünn bestreichen und/oder Sahnetupfen auf den Kuchen spritzen, die übrig behaltenen Schokodrops über den Cheesecake streuen und den Cookie Dough Cheesecake mit den restlichen Keksteig-Kugeln dekorieren.
Gutes Gelingen und guten Appetit!
Cookie Dough Cheesecake
Zutaten:
Kochutensilien
Und so wird’s gemacht:
- Für den Keksteig zuerst die weiche Butter mit Zucker und braunem Zucker cremig rühren. Milch und Vanille dazugeben und kurz unterrühren. Danach das Mehl und das Salz einarbeiten, zum Schluss die Mini-Schokochips unterheben.
- Aus dem Teig kleine Kugeln formen, ungefähr knapp 2 Teelöffel pro Stück. Sie müssen nicht perfekt rund sein, eher klein und gleichmäßig. Die Kugeln auf einen mit Backpapier belegten Teller oder ein kleines Blech setzen und ins Gefrierfach stellen. So bleiben sie später in der Cheesecake-Masse besser in Form.
- Den Ofen auf 165 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Springform mit Backpapier am Boden auslegen und Rand und Boden leicht fetten.
- Für den Boden die Brösel mit Zucker und geschmolzener Butter verrühren, bis alles wie feuchter Sand aussieht. Die Mischung auf den Boden und etwa 2 bis 3 cm am Rand hochdrücken. Mit dem Boden eines Glases klappt das in der Regel schön gleichmäßig.
- Den Boden 7 Minuten vorbacken. Danach aus dem Ofen nehmen und kurz abkühlen lassen. Dieser kleine Schritt lohnt sich, weil der Boden später stabiler bleibt und beim Anschneiden weniger krümelt.
- Frischkäse, Zucker, Eier und Mehl in eine große Schüssel geben und mit dem Handmixer glatt rühren. Wirklich nur so lange, bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind. Zu viel Luft in der Masse ist bei Cheesecake selten hilfreich und führt später eher zu Rissen.
- Vanille und saure Sahne dazugeben und nur kurz einarbeiten. Die Masse soll glatt und cremig sein, aber nicht aufgeschlagen wirken.
- Etwa die Hälfte der Füllung auf den vorgebackenen Boden geben. Ein paar Cookie-Dough-Kugeln für die spätere Deko beiseitelegen.
- Die restlichen Kugeln zusammen mit den Mini-Schokochips vorsichtig unter die übrige Frischkäsemasse heben. Danach auf die erste Schicht in die Form geben und die Oberfläche glatt streichen. Ich verteile die Keksteigkugeln dabei gern mit dem Teigschaber noch ein bisschen, damit am Ende nicht alles nur in einer Ecke landet.
- Den Cheesecake für etwa 60 Minuten backen. Wer mag, kann mit Wasserbad arbeiten, zwingend nötig ist es hier aber nicht. Falls du eins nutzt, die Springform vorher gut in Alufolie einschlagen, damit kein Wasser eindringt.
- Nach der Backzeit darf die Mitte noch leicht wackeln. Das ist genau richtig. Den Ofen ausschalten, die Tür einige Zentimeter öffnen und den Kuchen weitere 30 Minuten im Ofen stehen lassen. Dieses langsame Abkühlen ist einer der einfachsten Tricks, damit die Oberfläche ruhiger bleibt.
- Anschließend den Cheesecake aus dem Ofen holen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.
- Den vollständig abgekühlten Kuchen in den Kühlschrank stellen und mindestens 8 Stunden, besser über Nacht, durchkühlen lassen. Am nächsten Tag ist die Füllung deutlich stabiler und der Geschmack runder.
- Für das Topping die kalte Schlagsahne mit dem Puderzucker bis zu weichen Spitzen aufschlagen. Den Cookie Dough Cheesecake vor dem Servieren mit etwas Sahne und Mini-Schokochips dekorieren. Wer möchte, setzt auch die zurückbehaltenen Keksteigkugeln locker obenauf.
- Zum Schneiden ein großes Messer kurz in heißes Wasser tauchen und nach jedem Schnitt abwischen. Gerade bei einem so gehaltvollen Cheesecake macht das optisch viel aus.
- Gekühlt servieren. Die Stücke sind reichhaltig, deshalb müssen sie gar nicht riesig sein.
Notizen
- Wenn du keine Graham Cracker bekommst, funktionieren auch Butterkekse oder schlichte Vollkornkekse sehr gut. Mit Schokokeksen wird der Boden etwas kräftiger.
- Der Cheesecake lässt sich wunderbar am Vortag backen. Eigentlich schmeckt er nach einer Nacht im Kühlschrank sogar besser.
- Für etwas weniger Süße kannst du das Topping sparsamer verwenden oder nur einen Teil der Mini-Schokochips zum Dekorieren nehmen.
- Im Kühlschrank hält sich der Kuchen gut 3 bis 4 Tage. Am besten abgedeckt lagern, damit er keine Fremdgerüche annimmt.
FAQ (Die häufigsten Fragen)
Was ist der Unterschied zwischen Cheesecake und Käsekuchen?
Der wichtigste Unterschied zwischen Cheesecake und Käsekuchen liegt in der Hauptzutat der Füllung: Cheesecake wird traditionell mit Frischkäse zubereitet, während klassischer deutscher Käsekuchen meist auf Quark basiert. Dadurch unterscheiden sich beide Kuchen deutlich in Geschmack, Konsistenz und Zubereitung. Cheesecake ist meist cremiger, dichter und reichhaltiger, während Käsekuchen lockerer, luftiger und oft etwas frischer schmeckt.
Womit kann ich Zutaten wie Frischkäse, Graham Cracker oder Quark ersetzen?
Viele typische Cheesecake-Zutaten lassen sich problemlos ersetzen, wenn du gerade nicht alles im Haus hast oder ein bestimmtes Produkt im Supermarkt nicht findest. Frischkäse kann häufig durch Mascarpone, Quark oder Ricotta ersetzt werden, Graham Cracker lassen sich sehr gut durch Butterkekse, Vollkornkekse oder Digestive-Kekse austauschen, und Quark kann je nach Rezept durch Frischkäse, Skyr oder griechischen Joghurt ersetzt werden. Wichtig ist dabei: Jede Alternative verändert den Cheesecake leicht – manchmal in Geschmack und Süße, manchmal aber auch deutlich bei Konsistenz, Kalorien und Backverhalten.
Wann ist ein Cheesecake fertig gebacken?
Ein Cheesecake ist fertig gebacken, wenn die Ränder fest wirken, die Mitte beim leichten Rütteln aber noch leicht wackelt und nicht komplett starr ist. Genau dieses leicht „wabbelige“ Zentrum ist bei vielen Cheesecake-Rezepten sogar gewünscht, denn der Kuchen gart durch die Resthitze beim Abkühlen noch nach und wird erst während der Kühlzeit vollständig fest. Ist der gesamte Cheesecake bereits im Ofen komplett fest, wurde er häufig schon zu lange gebacken und kann später trocken oder rissig werden.
Warum ist mein Cheesecake gerissen?
Ein Cheesecake reißt meist, wenn er zu heiß, zu lange oder zu ungleichmäßig gebacken wurde. Die häufigsten Ursachen sind eine zu hohe Ofentemperatur, Überbacken oder ein zu schnelles Abkühlen nach dem Backen. Dabei trocknet die Oberfläche schneller aus als das Innere des Kuchens und zieht sich unterschiedlich stark zusammen – dadurch entstehen typische Risse auf der Oberfläche.
Aber keine Sorge: Optisch ist das zwar ärgerlich, geschmacklich ist ein gerissener Cheesecake aber meist völlig in Ordnung.
Wie lange muss Cheesecake nach dem Backen abkühlen?
Ein Cheesecake sollte nach dem Backen zunächst etwa 1 bis 2 Stunden bei Raumtemperatur abkühlen, bevor er in den Kühlschrank kommt. Danach sollte er mindestens 4 Stunden, besser jedoch über Nacht, vollständig durchkühlen, damit er seine endgültige Festigkeit und cremige Konsistenz entwickelt. Direkt nach dem Backen wirkt ein Cheesecake oft noch weich und leicht wackelig – das ist völlig normal. Erst durch das langsame Abkühlen und anschließende Kühlen wird er wirklich schnittfest.
Wie bewahre ich Cheesecake richtig auf?
Cheesecake sollte immer im Kühlschrank aufbewahrt werden, da er durch Zutaten wie Frischkäse, Quark, Eier oder Sahne sehr empfindlich ist. Am besten lagerst du ihn gut abgedeckt oder in einer luftdichten Kuchenbox, damit er keine Fremdgerüche annimmt und nicht austrocknet. Im Kühlschrank hält sich Cheesecake in der Regel etwa 3 bis 5 Tage frisch, je nach Rezept und verwendeten Zutaten.
Kann ich Cheesecake einfrieren?
Ja, Cheesecake lässt sich in den meisten Fällen sehr gut einfrieren. Sowohl gebackene als auch viele No-Bake-Cheesecakes können problemlos mehrere Wochen bis Monate tiefgekühlt werden, wenn sie richtig verpackt sind. Wichtig ist vor allem, den Cheesecake vollständig abkühlen zu lassen, ihn luftdicht zu verpacken und später langsam im Kühlschrank wieder aufzutauen. So bleiben Geschmack und Konsistenz meist erstaunlich gut erhalten.