Espresso Cheesecake mit Oreo-Boden und Schokoganache

Espresso Cheesecake mit Oreo-Boden und Schokoganache

Manchmal reicht schon der Geruch von frischem Espresso in der Küche, und ich habe sofort Lust auf etwas mit Kaffee und Schokolade. Genau so ist dieser Espresso Cheesecake bei mir auf der Liste ganz nach oben gerutscht. Er ist cremig, satt, ein bisschen amerikanisch im besten Sinn und trotzdem nicht zu schwer, wenn man ihn gut durchkühlen lässt. Der dunkle Oreo-Boden bringt etwas Knusper mit, oben kommt eine glänzende Ganache drauf und wer mag, setzt noch kleine Tupfen Frischkäsecreme darauf. Ich mag solche Kuchen besonders, wenn abends Freunde vorbeikommen und man nicht noch kurz vorher in Hektik geraten will.

Warum ich ihn immer wieder backe

Es gibt Cheesecakes, die eher leise sind. Vanillig, mild, zurückhaltend. Und dann gibt es diese deutlichere Richtung, bei der man schon beim ersten Bissen merkt, worum es geht. Kaffee. Kakao. Frischkäse. Genau das macht diesen Espresso Cheesecake so interessant.

Der Espresso ist hier nicht bloß Beiwerk, sondern wirklich Teil des Aromas. Er zieht sich durch die Füllung, ohne bitter zu werden. Gleichzeitig fängt die Sahne in der Masse das Ganze wieder ein bisschen auf, sodass die Creme zwar kräftig schmeckt, aber nicht streng. Ich finde das wichtig, gerade bei Kaffee-Desserts. Wenn sie zu herb werden, isst man oft nur ein kleines Stück. Von diesem hier schafft man meistens mehr, als man vorher dachte.

Und der Boden, ja, der muss hier einfach dunkel sein. Oreo passt geschmacklich deutlich besser als ein heller Keksboden. Die leichte Kakaonote macht den Kuchen runder. Wenn der Boden kurz vorgebacken wird, bleibt er später stabil und lässt sich auch sauber schneiden. Das ist so ein Detail, das man beim Servieren dann merkt.

Ein bisschen New-York-Feeling, nur mit Kaffee

Ich mag an amerikanisch inspirierten Cheesecakes diese dichte, glatte Füllung. Nicht luftig wie Quarkkuchen, eher samtig und satt. Dieser Espresso Cheesecake geht genau in die Richtung. Durch das lange, eher sanfte Backen nach dem ersten Temperaturstoß bekommt die Masse eine schöne Struktur. Die Mitte darf am Ende noch leicht wackeln, das ist sogar richtig so. Im Kühlschrank zieht der Kuchen dann vollständig an.

Falls man öfter Cheesecake backt, erkennt man hier ziemlich schnell, warum das Rezept gut funktioniert. Erst wird kurz bei höherer Temperatur gebacken, damit der Kuchen Stand bekommt. Danach geht die Hitze stark runter. Das ist für die Füllung deutlich angenehmer und hilft, Risse zu vermeiden. Zusätzlich bleibt der Kuchen erst im ausgeschalteten Ofen und kühlt dann mit leicht geöffneter Tür langsam ab. Ich mache das inzwischen fast immer so, wenn ich einen gebackenen Cheesecake etwas eleganter haben möchte.

Klar, ganz ausschließen lassen sich feine Risse nie. Aber in diesem Fall ist das auch nicht dramatisch, weil später noch Ganache obendrauf kommt. Die deckt viel ab und sieht dabei auch noch ziemlich gut aus.

So schmeckt der Espresso Cheesecake

Der erste Eindruck ist kühl, cremig und schokoladig. Dann kommt die Kaffeenote. Nicht so wie bei Tiramisu, also weich und eher milchig, sondern etwas klarer. Espresso eben. Trotzdem bleibt die Füllung angenehm mild, weil Frischkäse, Sahne und Vanille das Ganze abrunden.

Besonders schön finde ich den Kontrast oben und unten. Unten der etwas festere, krümelige Oreo-Boden. In der Mitte die glatte Creme. Oben die Ganache, die im Kühlschrank leicht anzieht, aber nicht hart werden sollte. Wenn man zusätzlich noch kleine Tupfen Frischkäsefrosting aufspritzt, wirkt der Kuchen fast ein bisschen festlich. Ich würde ihn nicht als aufwendig bezeichnen, aber er sieht so aus, als hätte man sehr viel mehr Zeit investiert.

Schokoraspel passen gut dazu, Espressobohnen natürlich auch, wobei ich die eher als Deko sehe. Nicht jeder möchte auf einer Bohne herumkauen. Für Fotos sehen sie allerdings toll aus, das muss man ihnen lassen.

Ein paar Dinge, die in der Küche wirklich helfen

Bei so einem Cheesecake lohnt es sich, die Zutaten rechtzeitig aus dem Kühlschrank zu nehmen. Frischkäse, Eier und auch die Sahne für die Füllung sollten nicht eiskalt sein. Die Creme wird dann glatter, und man muss weniger stark rühren. Gerade das ist wichtig, denn zu viel Luft in der Masse kann später zu unschönen Rissen führen.

Ich rühre Frischkäse zwar gründlich glatt, aber sobald die Eier dazukommen, wirklich nur noch kurz. Eins nach dem anderen, gerade eben untergemischt. Das reicht. Wer hier ewig weiterrührt, hat am Ende oft mehr Probleme als Vorteile.

Der Boden lässt sich übrigens am einfachsten mit einem umgedrehten Glas oder Messbecher andrücken. In meiner kleinen Küche fliegt sonst schnell mal alles herum, wenn ich versuche, das mit einem Löffel sauber hinzubekommen. Mit einem flachen Glas geht es deutlich gleichmäßiger, auch am Rand.

Und noch etwas zur Ganache: Die Sahne muss heiß sein, aber die Schokolade sollte man nach dem Übergießen kurz in Ruhe lassen. Nicht sofort hektisch rühren. Eine Minute warten, dann langsam glatt rühren. So wird sie meistens schöner.

Wann ich ihn besonders gern mache

Dieser Espresso Cheesecake ist kein Kuchen für spontane Kaffeegäste in einer Stunde. Dafür braucht er zu viel Ruhezeit. Aber genau das mag ich. Er passt wunderbar in Wochenenden oder in Abende, an denen ich schon weiß, dass am nächsten Tag Besuch kommt. Man macht ihn in Ruhe fertig, lässt ihn über Nacht kühlen und muss am Serviertag fast nichts mehr tun.

Für Geburtstage, kleine Einladungen oder Feiertage ist er auch toll, vor allem wenn viele am Tisch sitzen, die Schokolade mögen, aber keine allzu süßen Torten wollen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade Leute, die eigentlich „nicht so die Kuchenmenschen“ sind, bei Kaffee-Cheesecake plötzlich doch noch ein zweites kleines Stück nehmen.

Espresso Cheesecake mit dunklem Oreo-Boden, glänzender Schokoganache, aufgespritzten Frischkäsetupfen, Schokoraspeln und Espressobohnen auf einer Kuchenplatte

Espresso Cheesecake

:
Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 1 Stunde 10 Minuten
Ruhezeit (mindestens) 9 Stunden 45 Minuten
Gesamtzeit 11 Stunden 25 Minuten
Portionen: 12 Stück
Art: Bake Cheesecakes
Küche: mittelschwer

Zutaten:
  

Für den Boden
  • 585 g Oreo-Kekskrümel
  • 85 g Butter, geschmolzen
  • 0,25 TL Salz
Für die Füllung
  • 845 g Frischkäse, zimmerwarm
  • 260 g Zucker
  • 35 g Mehl
  • 90 ml Espresso oder starker Kaffee, abgekühlt
  • 175 ml Schlagsahne
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 3 große Eier, zimmerwarm
Für die Schokoganache
  • 90 ml Schlagsahne
  • 140 g Zartbitter- oder Bitterschokolade, gehackt
Für das Frischkäse-Topping
  • 140 g Frischkäse, zimmerwarm
  • 55 g Butter, weich
  • 0,5 TL Vanilleextrakt
  • 85 bis 115 g Puderzucker

Kochutensilien

  • Springform 20 cm
  • Backpapier
  • Küchenmaschine oder Handmixer
  • Food Processor oder Mixer
  • Topf oder Mikrowelle
  • Schüssel
  • Spritzbeutel optional
  • Kuchengitter

Und so wird’s gemacht:
 

Boden anrühren
  1. Den Backofen auf 175 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Springform am Boden mit Backpapier auslegen und den Rand leicht einfetten, wenn du möchtest. So lässt sich der Kuchen später etwas entspannter lösen.
  2. Die Oreo-Kekse sehr fein zerkrümeln. Das klappt im Mixer am schnellsten, es geht aber auch mit einem Gefrierbeutel und Nudelholz. Die Krümel mit geschmolzener Butter und Salz vermischen, bis alles gleichmäßig feucht aussieht.
  3. Die Masse in die Form geben und mit dem Boden eines Glases oder Messbechers fest andrücken. Dabei den Rand etwa 2 bis 3 cm hochziehen. Kurz vorbacken, etwa 10 Minuten. Danach vollständig abkühlen lassen. Der Boden wird dadurch stabiler und weicht später nicht so schnell durch.
Füllung glatt rühren
  1. Den Frischkäse mehrere Minuten cremig rühren, bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind. Dabei zwischendurch die Schüssel mit einem Teigschaber auskratzen. Mit Raumtemperatur klappt das deutlich besser als mit kaltem Frischkäse.
  2. Zucker und Mehl dazugeben und nur so lange rühren, bis alles verbunden ist. Dann den abgekühlten Espresso einlaufen lassen. Nicht wundern, die Masse wird dabei kurz etwas weicher.
  3. Nun Schlagsahne und Vanille unterrühren. Die Creme soll glatt und gleichmäßig sein, aber nicht stark aufgeschlagen. Zum Schluss die Eier einzeln zugeben und jeweils nur kurz einarbeiten. Gerade an diesem Punkt lieber nicht zu lange mixen, sonst kommt zu viel Luft in die Füllung.
Cheesecake backen
  1. Die Füllung auf den abgekühlten Boden geben und die Form ein paarmal vorsichtig auf die Arbeitsfläche klopfen. So steigen größere Luftblasen nach oben.
  2. Den Cheesecake zunächst 15 Minuten bei 175 Grad backen. Ohne die Ofentür zu öffnen, die Temperatur dann auf etwa 95 Grad Ober- und Unterhitze reduzieren und den Kuchen weitere 55 bis 60 Minuten backen. Am Ende sollen die Ränder gesetzt sein, die Mitte darf noch leicht wackeln. Genau dann ist er richtig.
  3. Nach der Backzeit den Ofen ausschalten und den Cheesecake noch 30 Minuten im geschlossenen Ofen stehen lassen. Danach die Tür einen Spalt öffnen und weitere 15 Minuten so abkühlen lassen. Dieses langsame Abkühlen hilft oft gegen tiefe Risse und sorgt für eine gleichmäßigere Oberfläche.
  4. Aus dem Ofen nehmen und auf einem Gitter komplett auskühlen lassen. Danach mindestens 8 Stunden, besser über Nacht, in den Kühlschrank stellen. Vor dem Belegen sollte der Kuchen wirklich kalt sein.
Ganache auftragen
  1. Für die Ganache die Sahne erhitzen, bis sie heiß ist und fast kocht. Über die gehackte Schokolade gießen und 1 bis 2 Minuten stehen lassen. Dann langsam glatt rühren, bis eine glänzende, gleichmäßige Creme entsteht.
  2. Die Ganache auf dem gut gekühlten Cheesecake verteilen und vorsichtig glatt streichen. Anschließend kurz anziehen lassen, damit sie beim Dekorieren nicht mehr zu flüssig ist.
Frischkäsetupfen und Dekor
  1. Für das optionale Topping Frischkäse und weiche Butter cremig aufschlagen. Vanille dazugeben und anschließend den Puderzucker auf niedriger Stufe unterrühren. Je nach gewünschter Süße und Festigkeit etwas mehr oder weniger verwenden.
  2. Die Creme in einen Spritzbeutel füllen und kleine Tupfen auf den Rand des Cheesecakes setzen. Zum Schluss mit Schokoraspeln und ein paar Espressobohnen dekorieren. Für saubere Stücke das Messer vor jedem Schnitt kurz abwischen.

Notizen

  • Der Espresso Cheesecake lässt sich wunderbar am Vortag zubereiten. Am nächsten Tag schmeckt er meist sogar noch etwas runder.
  • Im Kühlschrank hält sich der Kuchen gut abgedeckt etwa 5 Tage.
  • Zum Einfrieren den Cheesecake am besten ohne Ganache und Topping verpacken. Gut eingewickelt hält er sich etwa 2 Monate.
  • Wenn du es etwas milder magst, kannst du statt Espresso auch starken Kaffee verwenden. Mit Espresso wird das Aroma klarer und etwas kräftiger.
  • Die Menge an Puderzucker im Topping kannst du anpassen. Für feinere, weniger süße Tupfen reicht meist schon die kleinere Menge.