Cantabrischer Cheesecake mit Aprikosen

Cantabrischer Cheesecake mit Aprikosen

Neulich stand ich mit einer Tasse Kaffee in der Küche und dachte kurz, dass ich eigentlich gar keinen weiteren Cheesecake testen müsste. Fünf Minuten später hatte ich trotzdem Butter auf der Arbeitsplatte, Zitronenschale in der Reibe und diesen Cantabrischen Cheesecake mit Aprikosen im Ofen. So läuft das manchmal. Das Rezept ist ein bisschen anders als die üblichen Frischkäse-Kuchen, schon wegen der Ricotta-Milch-Basis und der gerösteten Aprikosen obendrauf. Gerade das mag ich daran sehr. Er wirkt erst schlicht, bekommt dann aber durch süßen Sherry, Honig und Rosmarin etwas, das man nicht gleich vergisst.

Was hier anders läuft als beim klassischen New-York-Stil

Ein Cantabrischer Cheesecake ist keine kompakte Frischkäse-Bombe und auch kein baskischer San-Sebastián-Cheesecake mit stark gebräunter Oberfläche. Die Masse ist lockerer, fast ein bisschen puddingartig in ihrer Anlage, weil hier Ricotta, Milch und Mehl zusammenarbeiten. Das klingt erst mal ungewöhnlich, backt sich aber zu einem Kuchen, der weich, mild und sehr eigen ist.

Ich habe solche Rezepte besonders gern, wenn ich keine Lust auf einen schweren Kuchen habe, aber trotzdem etwas auf den Tisch stellen will, das nach Dessert aussieht und nicht nur nach „ich hab halt irgendwas gebacken“. Die Zitrone bringt Frische rein, die Vanille macht alles runder, und die Aprikosen oben drauf geben dem Ganzen noch einmal eine andere Richtung. Nicht nur süß. Eher warm, fruchtig, leicht kräutrig.

So schmeckt der Cantabrische Cheesecake mit Aprikosen

Der erste Eindruck ist überraschend sanft. Die Ricotta-Füllung ist nicht so dicht wie bei vielen gebackenen Cheesecakes, eher cremig mit feinem Biss. Durch das Mehl bekommt die Masse Halt, ohne speckig zu werden. Ich finde, das ist genau die Art von Kuchen, die gekühlt am besten funktioniert, weil sich dann alles setzt und die Stücke sauberer werden.

Oben drauf kommen geröstete Aprikosen, und die sind hier wirklich mehr als Deko. Beim Rösten mit Pedro Ximénez, Honig und Rosmarin werden sie weich und saftig, aber nicht matschig, wenn man sie im Blick behält. Der Sirup, der dabei entsteht, ist ziemlich intensiv. Süß, aber mit Tiefe. Der Rosmarin fällt nicht sofort laut auf, eher so im Hintergrund. Genau richtig. Wenn man zu viel nimmt, wird es schnell seifig, deshalb halte ich mich da lieber etwas zurück.

Warum das Rezept gut funktioniert

Technisch ist das ein unkomplizierter Bake Cheesecake, auch wenn die Zutatenliste im ersten Moment länger wirkt. Es gibt keinen Boden, kein Wasserbad, kein kompliziertes Schichten. Man rührt im Grunde eine recht flüssige Masse zusammen, backt sie ruhig aus und gibt dem Kuchen danach genug Zeit zum Abkühlen und Kühlen. Das ist wichtig. Direkt nach dem Backen wirkt die Mitte noch weich, und das soll auch so sein.

Gerade bei solchen Cheesecakes lohnt es sich, die Zutaten rechtzeitig aus dem Kühlschrank zu holen. Weiche Butter verbindet sich besser mit Zucker, und auch Eier und Ricotta lassen sich gleichmäßiger einarbeiten. Ich rühre außerdem nicht unnötig lange, sobald Mehl und Milch in die Schüssel kommen. Sonst wird die Masse zwar nicht sofort schlecht, aber etwas weniger fein.

Noch ein kleiner Punkt, den ich aus ein paar Backrunden mitgenommen habe: Die Form nicht zu groß wählen. Im Original ist es eine 20-cm-Springform, und genau dabei würde ich hier bleiben. In einer deutlich größeren Form wird der Kuchen zu flach und trocknet schneller aus. Für diesen speziellen Cheesecake ist die Höhe Teil des Charmes.

Wann ich ihn besonders gern mache

Nicht für spontane Gäste, ehrlich gesagt. Dafür braucht er zu viel Ruhezeit. Aber für ein Abendessen mit Freunden oder ein langes Wochenende ist er richtig gut. Man kann den Kuchen vorbereiten, die Aprikosen später rösten und kurz vor dem Servieren alles zusammensetzen. Das nimmt am eigentlichen Tag viel Druck raus, was ich immer mag, gerade wenn in meiner eher kleinen Küche sowieso schon alles vollsteht.

Im Sommer funktioniert er natürlich am schönsten mit guten Aprikosen. Wenn sie wirklich reif sind, braucht man fast nichts weiter. Außer vielleicht noch einen Espresso dazu. Oder einen kleinen Löffel extra Sirup, falls jemand am Tisch so ist wie ich.

Cantabrischer Cheesecake mit Aprikosen auf einer Kuchenplatte, belegt mit gerösteten Aprikosen, glänzendem Honig-Sherry-Sirup und kleinen Rosmarinblättern, goldbraun gebacken und leicht rustikal.

Cantabrischer Cheesecake mit Aprikosen

Neulich stand ich mit einer Tasse Kaffee in der Küche und dachte kurz, dass ich eigentlich gar keinen weiteren Cheesecake testen müsste. Fünf Minuten später hatte ich trotzdem Butter auf der Arbeitsplatte, Zitronenschale in der Reibe und diesen Cantabrischen Cheesecake mit Aprikosen im Ofen. So läuft das manchmal. Das Rezept ist ein bisschen anders als die üblichen Frischkäse-Kuchen, schon wegen der Ricotta-Milch-Basis und der gerösteten Aprikosen obendrauf. Gerade das mag ich daran sehr. Er wirkt erst schlicht, bekommt dann aber durch süßen Sherry, Honig und Rosmarin etwas, das man nicht gleich vergisst.
Art: Bake Cheesecakes

Zutaten:
  

Für den Cheesecake
  • 100 g weiche Butter
  • 330 g feiner Zucker
  • 3 große Eier
  • 1 Vanilleschote
  • 300 g Ricotta
  • 500 ml Milch
  • 185 g Weizenmehl
  • 1 Bio-Zitrone, fein abgeriebene Schale
  • 1 Prise Salz
Für die Aprikosen
  • 400 g Aprikosen
  • 125 ml Pedro Ximénez
  • 90 g Honig
  • 2 Rosmarinzweige, nur die Nadeln

Kochutensilien

  • Springform 20 cm
  • Backpapier
  • Handmixer
  • große Rührschüssel
  • feine Reibe
  • Auflaufform
  • Backblech

Und so wird’s gemacht:
 

Form vorbereiten und Ofen vorheizen
  1. Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Springform einfetten und den Boden mit Backpapier auslegen. Ich setze die Form hier gern direkt auf ein Blech, weil sich die recht flüssige Masse dann einfacher und sicherer in den Ofen bringen lässt.
  2. Wenn das Backpapier am Boden leicht übersteht, ist das nicht weiter schlimm. Hauptsache, die Form schließt sauber. Bei solchen eher weichen Füllungen spart ein ordentlich vorbereiteter Boden später Nerven.
Masse rühren
  1. Die weiche Butter mit dem Zucker etwa 2 Minuten hell und cremig aufschlagen. Danach die Eier einzeln unterrühren und jedes Ei erst vollständig einarbeiten, bevor das nächste dazukommt. So bleibt die Masse glatter.
  2. Die Vanilleschote längs aufschneiden, das Mark herauskratzen und zusammen mit Ricotta, Milch und einer Prise Salz zur Butter-Zucker-Mischung geben. Kurz verrühren. Anschließend das Mehl und die fein abgeriebene Zitronenschale dazugeben und nur noch so lange unterheben oder auf niedriger Stufe verrühren, bis keine Mehlnester mehr zu sehen sind. Zu starkes Rühren ist hier nicht ideal, die Textur wird sonst etwas unnötig fest.
Backen und auskühlen lassen
  1. Die Masse in die vorbereitete Form gießen und die Form auf dem Blech in den Ofen schieben. Den Cheesecake etwa 60 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun ist und die Mitte noch leicht wackelt. Genau dieses leichte Wobbeln ist wichtig, denn der Kuchen zieht beim Abkühlen noch an.
  2. Den fertigen Cheesecake aus dem Ofen nehmen und in der Form vollständig abkühlen lassen. Danach für 2 Stunden kühlen. Ich lasse ihn nicht zu früh aus der Form, weil er in warmem Zustand noch ziemlich empfindlich ist.
Aprikosen rösten
  1. Sobald der Cheesecake kühlt, den Ofen auf 220 °C erhöhen. Die Aprikosen halbieren und entsteinen. Mit der Schnittfläche nach oben dicht an dicht in eine passende ofenfeste Form setzen.
  2. Pedro Ximénez und Honig darübergeben und die Rosmarinnadeln darüberstreuen. Die Aprikosen 20 bis 25 Minuten rösten. Zwischendurch ein- bis zweimal mit dem entstehenden Sirup übergießen. So trocknen die Oberflächen nicht aus und bekommen mehr Glanz. Die Aprikosen sollten weich sein, aber noch Form haben.
Anrichten
  1. Den gekühlten Cheesecake vorsichtig aus der Form lösen und auf eine Platte setzen. Die gerösteten Aprikosen darauf verteilen und etwas von dem warmen oder abgekühlten Sirup darüberlöffeln.
  2. Wer mag, gibt kurz vor dem Servieren noch ein paar sehr kleine Rosmarinnadeln darüber. Ich würde da aber sparsam bleiben. Der Sirup ist aromatisch genug und soll den Kuchen nicht erschlagen.

Notizen

  • Der Cheesecake lässt sich sehr gut am Vortag backen. Die Aprikosen kannst du frisch am Serviertag rösten oder ebenfalls vorbereiten und später sanft erwärmen.
  • Falls du keinen Pedro Ximénez bekommst, funktioniert auch ein anderer süßer Sherry. Im Notfall geht ein milder Dessertwein, geschmacklich wird es dann etwas anders, aber trotzdem gut.
  • Wichtig ist, den Kuchen wirklich komplett kühlen zu lassen. Warm wirkt die Mitte schnell zu weich, am nächsten Tag ist die Konsistenz meist noch schöner.
  • Mit Pfirsichen oder reifen Zwetschgen lässt sich das Rezept ebenfalls machen. Bei sehr saftigen Früchten würde ich die Röstdauer im Blick behalten.
  • Zum Anschneiden das Messer zwischendurch kurz heiß abspülen und abtrocknen. Gerade bei dieser weichen Füllung werden die Stücke damit deutlich sauberer.

FAQ (Die häufigsten Fragen)

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Der wichtigste Unterschied zwischen Cheesecake und Käsekuchen liegt in der Hauptzutat der Füllung: Cheesecake wird traditionell mit Frischkäse zubereitet, während klassischer deutscher Käsekuchen meist auf Quark basiert. Dadurch unterscheiden sich beide Kuchen deutlich in Geschmack, Konsistenz und Zubereitung. Cheesecake ist meist cremiger, dichter und reichhaltiger, während Käsekuchen lockerer, luftiger und oft etwas frischer schmeckt.

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Viele typische Cheesecake-Zutaten lassen sich problemlos ersetzen, wenn du gerade nicht alles im Haus hast oder ein bestimmtes Produkt im Supermarkt nicht findest. Frischkäse kann häufig durch Mascarpone, Quark oder Ricotta ersetzt werden, Graham Cracker lassen sich sehr gut durch Butterkekse, Vollkornkekse oder Digestive-Kekse austauschen, und Quark kann je nach Rezept durch Frischkäse, Skyr oder griechischen Joghurt ersetzt werden. Wichtig ist dabei: Jede Alternative verändert den Cheesecake leicht – manchmal in Geschmack und Süße, manchmal aber auch deutlich bei Konsistenz, Kalorien und Backverhalten.

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Ein Cheesecake ist fertig gebacken, wenn die Ränder fest wirken, die Mitte beim leichten Rütteln aber noch leicht wackelt und nicht komplett starr ist. Genau dieses leicht „wabbelige“ Zentrum ist bei vielen Cheesecake-Rezepten sogar gewünscht, denn der Kuchen gart durch die Resthitze beim Abkühlen noch nach und wird erst während der Kühlzeit vollständig fest. Ist der gesamte Cheesecake bereits im Ofen komplett fest, wurde er häufig schon zu lange gebacken und kann später trocken oder rissig werden.

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Ein Cheesecake reißt meist, wenn er zu heiß, zu lange oder zu ungleichmäßig gebacken wurde. Die häufigsten Ursachen sind eine zu hohe Ofentemperatur, Überbacken oder ein zu schnelles Abkühlen nach dem Backen. Dabei trocknet die Oberfläche schneller aus als das Innere des Kuchens und zieht sich unterschiedlich stark zusammen – dadurch entstehen typische Risse auf der Oberfläche.
Aber keine Sorge: Optisch ist das zwar ärgerlich, geschmacklich ist ein gerissener Cheesecake aber meist völlig in Ordnung.

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Ein Cheesecake sollte nach dem Backen zunächst etwa 1 bis 2 Stunden bei Raumtemperatur abkühlen, bevor er in den Kühlschrank kommt. Danach sollte er mindestens 4 Stunden, besser jedoch über Nacht, vollständig durchkühlen, damit er seine endgültige Festigkeit und cremige Konsistenz entwickelt. Direkt nach dem Backen wirkt ein Cheesecake oft noch weich und leicht wackelig – das ist völlig normal. Erst durch das langsame Abkühlen und anschließende Kühlen wird er wirklich schnittfest.

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Cheesecake sollte immer im Kühlschrank aufbewahrt werden, da er durch Zutaten wie Frischkäse, Quark, Eier oder Sahne sehr empfindlich ist. Am besten lagerst du ihn gut abgedeckt oder in einer luftdichten Kuchenbox, damit er keine Fremdgerüche annimmt und nicht austrocknet. Im Kühlschrank hält sich Cheesecake in der Regel etwa 3 bis 5 Tage frisch, je nach Rezept und verwendeten Zutaten.

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Ja, Cheesecake lässt sich in den meisten Fällen sehr gut einfrieren. Sowohl gebackene als auch viele No-Bake-Cheesecakes können problemlos mehrere Wochen bis Monate tiefgekühlt werden, wenn sie richtig verpackt sind. Wichtig ist vor allem, den Cheesecake vollständig abkühlen zu lassen, ihn luftdicht zu verpacken und später langsam im Kühlschrank wieder aufzutauen. So bleiben Geschmack und Konsistenz meist erstaunlich gut erhalten.

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Du hast noch mehr Fragen? Besuche meine ausführliche FAQ-Rubrik! Dort findest Du Antworten auf viele der häufigsten Fragen zum Thema Cheesecake und Käsekuchen.