Frozen Cheesecake mit Whisky

Frozen Cheesecake mit Whisky

Es gibt Rezepte, die eher nebenbei entstehen. So war es hier auch ein bisschen. Ich wollte etwas Kühles, Cremiges, nicht zu aufwendig, aber auch kein schlichtes Eis aus der Box. Ein Frozen Cheesecake mit Whisky lag da irgendwie nahe, vor allem weil diese leicht herbe Note gut zu süßem Frischkäse und einem knusprigen Keksboden passt. Das Rezept ist unkompliziert, braucht nur etwas Geduld im Froster und macht sich besonders gut, wenn abends noch Besuch kommt und man das Dessert schon fertig vorbereitet haben will. Genau solche Sachen mag ich ziemlich gern.

Was hier wichtig ist

Der Frozen Cheesecake mit Whisky ist kein klassisch gebackener Cheesecake, auch wenn der Boden kurz im Ofen landet. Die eigentliche Creme wird nicht gebacken, sondern gefroren. Dadurch bekommt der Kuchen eine andere Konsistenz als ein New-York-Cheesecake oder ein deutscher Käsekuchen. Direkt aus dem Froster ist er fest, nach ein paar Minuten bei Zimmertemperatur aber schön cremig und fast schon ein bisschen wie Semifreddo.

Ich habe das Rezept aus den gelieferten Angaben etwas sauberer aufgebaut, damit es in der Küche wirklich gut funktioniert. Bei der Originalversion fehlte zum Beispiel die Buttermenge für den Boden, obwohl die Kekse damit vermischt werden sollen. Die habe ich sinnvoll ergänzt. Auch beim Whisky habe ich eine realistische Menge angegeben, weil “nach Geschmack” im Ablauf okay ist, im Rezept selbst aber schnell zu ungenau wird. Gerade bei so einem Dessert sollte der Alkohol spürbar sein, aber nicht alles überdecken.

Der Geschmack und die Konsistenz

Kalt serviert hat der Frozen Cheesecake mit Whisky etwas sehr Angenehmes. Erst kommt diese sahnige, milde Frischkäsecreme, dann ein leichter Kick vom Whisky und unten der festere Boden. Ich mag daran besonders, dass er nicht schwer wirkt, obwohl genug Frischkäse und Sahne drin sind. Das liegt auch daran, dass Luft in die geschlagene Sahne kommt und die Masse dadurch lockerer wird.

Mit der Whiskymenge kann man natürlich spielen. Für eine mildere Version reichen 30 ml in der Creme plus ein kleiner Schuss im Boden. Wenn es etwas kräftiger sein darf, gehen auch 50 bis 60 ml insgesamt. Viel mehr würde ich nicht nehmen, sonst friert die Masse schlechter durch und die Balance kippt ein wenig. Süß, cremig, kühl und leicht boozy, so mag ich ihn am liebsten.

Wann ich ihn besonders gern mache

Für spontane Gäste ist das nichts, das ist klar. Aber für Wochenenden, Geburtstage oder einen langen Abend mit Freunden passt er richtig gut, weil man ihn komplett vorbereiten kann. In meiner kleinen Küche ist das immer ein Pluspunkt. Wenn ein Dessert einfach schon fertig im Froster wartet, hat man auf der Arbeitsfläche wenigstens noch Platz für alles andere.

Praktisch ist auch, dass man ihn in eher schmale Stücke schneiden kann. Frozen Cheesecake ist gehaltiger als ein luftiger Kühlschrankkuchen, deswegen reichen 10 bis 12 Stücke völlig aus. Ein kleines Glas Espresso dazu oder ein paar Beeren auf dem Teller, mehr braucht es fast nicht. Wer mag, gibt noch etwas geschlagene Sahne obendrauf oder ein paar fein zerbröselte Kekse für mehr Kontrast.

Noch zwei kleine Hinweise aus der Küche

Weil hier rohe Eier in die Creme kommen und die Masse nicht vollständig durchgebacken wird, sollte man wirklich sehr frische Eier verwenden und den Kuchen durchgehend gut gekühlt beziehungsweise gefroren halten. Wer das lieber vermeiden möchte, kann auf pasteurisierte Eier zurückgreifen. Ich würde ihn außerdem nicht stundenlang auf dem Buffet stehen lassen, sondern erst kurz vor dem Servieren aus dem Froster nehmen.

Und noch was: Ein Messer mit heißem Wasser hilft enorm beim Anschneiden. Kurz eintauchen, abtrocknen, schneiden, wiederholen. So werden die Stücke deutlich sauberer. Klingt banal, spart aber Nerven.

Frozen Cheesecake mit Whisky auf einem Teller, mit goldbraunem Keksboden, cremiger heller Füllung und leicht frostiger Oberfläche

Frozen Cheesecake mit Whisky

Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 15 Minuten
Ruhezeit (mindestens) 6 Stunden
Gesamtzeit 6 Stunden 45 Minuten
Portionen: 10 Stücke
Art: Bake Cheesecakes
Küche: mittelschwer

Zutaten:
  

Für den Boden
  • 470 g Kekse nach Wahl
  • 140 g Butter
  • 25 ml Whisky
Für die Creme
  • 585 g Frischkäse
  • 470 ml Schlagsahne
  • 6 Eier
  • 350 g Zucker
  • 35 ml Whisky

Kochutensilien

  • Springform 26 cm
  • Backpapier
  • Handmixer
  • 2 Rührschüsseln
  • Topf oder Mikrowelle zum Butter schmelzen
  • Teigschaber

Und so wird’s gemacht:
 

Boden vorbereiten
  1. Den Boden der Springform mit Backpapier auslegen. Das macht das spätere Herauslösen deutlich einfacher, gerade bei einem gefrorenen Cheesecake.
  2. Die Kekse fein zerbröseln. Das klappt im Mixer, aber auch in einem Gefrierbeutel mit Nudelholz. Die Butter schmelzen und mit dem Whisky zu den Bröseln geben. Alles verrühren, bis die Mischung an nassen Sand erinnert. Falls ein paar trockenere Stellen bleiben, einfach noch einmal gründlich mischen.
  3. Die Keksmasse in die Form geben und gleichmäßig festdrücken. Mit dem Boden eines Glases geht das sehr ordentlich, ohne dass der Rand zu dick wird.
Boden backen und auskühlen lassen
  1. Den Ofen auf 160 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Boden etwa 15 Minuten backen, bis er leicht duftet und etwas fester geworden ist.
  2. Danach vollständig auskühlen lassen. Das ist wichtig, sonst wird die Creme zu weich und der Boden verliert an Struktur.
Creme anrühren
  1. Den Frischkäse mit dem Zucker in einer großen Schüssel glatt rühren. Nicht unnötig lange aufschlagen, eher gleichmäßig verrühren. Zu viel Luft braucht die Masse hier nicht.
  2. Die Eier einzeln unterrühren. Jedes Ei erst gut einarbeiten, dann das nächste zugeben. So bleibt die Creme glatter. Anschließend den Whisky einrühren. Wer es etwas kräftiger mag, kann hier noch einen kleinen zusätzlichen Schuss ergänzen, sollte es aber nicht übertreiben, damit die Masse im Froster noch gut fest wird.
Sahne unterheben
  1. Die kalte Sahne in einer zweiten Schüssel steif, aber nicht trocken schlagen. Sie soll Volumen bringen, nicht grisselig werden.
  2. Die geschlagene Sahne in zwei bis drei Portionen vorsichtig unter die Frischkäsemasse heben. Ein Teigschaber ist dafür besser als ein Mixer. So bleibt mehr Luft in der Creme und die Textur wird später lockerer.
Cheesecake zusammensetzen
  1. Die Creme auf den vollständig abgekühlten Boden geben und die Oberfläche glatt streichen. Die Form ein paar Mal leicht auf die Arbeitsfläche klopfen, damit größere Luftblasen verschwinden.
  2. Wer mag, kann oben noch ein paar feine Keksbrösel verteilen. Ich lasse die Oberfläche meist schlicht, weil das Frostige später ganz schön aussieht.
Frosten
  1. Die Form gut abdecken und für mindestens 5 bis 6 Stunden in den Froster stellen. Über Nacht funktioniert auch sehr gut. Dann lässt sich der Kuchen am nächsten Tag besonders entspannt servieren.
  2. Vor dem Anschneiden den Frozen Cheesecake mit Whisky etwa 10 bis 15 Minuten bei Raumtemperatur stehen lassen. Dann ist die Creme nicht steinhart, sondern angenehm cremig. Zum Schneiden ein langes Messer in heißes Wasser tauchen, kurz abwischen und Stücke schneiden.
Servieren
  1. Den Cheesecake direkt nach dem Anschneiden servieren. Dazu passen frische Beeren, etwas geschlagene Sahne oder ein kleiner zusätzlicher Whisky-Karamell-Faden, wenn es etwas opulenter sein darf.

Notizen

  • Der Cheesecake hält sich gut abgedeckt 1 bis 2 Wochen im Froster.
  • Wenn dir rohe Eier im Dessert nicht angenehm sind, verwende pasteurisierte Eier.
  • Statt Butterkeksen gehen auch Haferkekse oder Schokokekse, dann verändert sich der Charakter des Bodens etwas.
  • Für eine mildere Variante den Whisky leicht reduzieren und eher zu einem weicheren, vanilligen Whisky greifen.
  • Vor dem Servieren immer kurz antauen lassen, sonst ist die Textur zu fest und die Aromen kommen nicht so gut durch.

FAQ (Die häufigsten Fragen)

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Der wichtigste Unterschied zwischen Cheesecake und Käsekuchen liegt in der Hauptzutat der Füllung: Cheesecake wird traditionell mit Frischkäse zubereitet, während klassischer deutscher Käsekuchen meist auf Quark basiert. Dadurch unterscheiden sich beide Kuchen deutlich in Geschmack, Konsistenz und Zubereitung. Cheesecake ist meist cremiger, dichter und reichhaltiger, während Käsekuchen lockerer, luftiger und oft etwas frischer schmeckt.

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Viele typische Cheesecake-Zutaten lassen sich problemlos ersetzen, wenn du gerade nicht alles im Haus hast oder ein bestimmtes Produkt im Supermarkt nicht findest. Frischkäse kann häufig durch Mascarpone, Quark oder Ricotta ersetzt werden, Graham Cracker lassen sich sehr gut durch Butterkekse, Vollkornkekse oder Digestive-Kekse austauschen, und Quark kann je nach Rezept durch Frischkäse, Skyr oder griechischen Joghurt ersetzt werden. Wichtig ist dabei: Jede Alternative verändert den Cheesecake leicht – manchmal in Geschmack und Süße, manchmal aber auch deutlich bei Konsistenz, Kalorien und Backverhalten.

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Ein Cheesecake ist fertig gebacken, wenn die Ränder fest wirken, die Mitte beim leichten Rütteln aber noch leicht wackelt und nicht komplett starr ist. Genau dieses leicht „wabbelige“ Zentrum ist bei vielen Cheesecake-Rezepten sogar gewünscht, denn der Kuchen gart durch die Resthitze beim Abkühlen noch nach und wird erst während der Kühlzeit vollständig fest. Ist der gesamte Cheesecake bereits im Ofen komplett fest, wurde er häufig schon zu lange gebacken und kann später trocken oder rissig werden.

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Ein Cheesecake reißt meist, wenn er zu heiß, zu lange oder zu ungleichmäßig gebacken wurde. Die häufigsten Ursachen sind eine zu hohe Ofentemperatur, Überbacken oder ein zu schnelles Abkühlen nach dem Backen. Dabei trocknet die Oberfläche schneller aus als das Innere des Kuchens und zieht sich unterschiedlich stark zusammen – dadurch entstehen typische Risse auf der Oberfläche.
Aber keine Sorge: Optisch ist das zwar ärgerlich, geschmacklich ist ein gerissener Cheesecake aber meist völlig in Ordnung.

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Ein Cheesecake sollte nach dem Backen zunächst etwa 1 bis 2 Stunden bei Raumtemperatur abkühlen, bevor er in den Kühlschrank kommt. Danach sollte er mindestens 4 Stunden, besser jedoch über Nacht, vollständig durchkühlen, damit er seine endgültige Festigkeit und cremige Konsistenz entwickelt. Direkt nach dem Backen wirkt ein Cheesecake oft noch weich und leicht wackelig – das ist völlig normal. Erst durch das langsame Abkühlen und anschließende Kühlen wird er wirklich schnittfest.

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Cheesecake sollte immer im Kühlschrank aufbewahrt werden, da er durch Zutaten wie Frischkäse, Quark, Eier oder Sahne sehr empfindlich ist. Am besten lagerst du ihn gut abgedeckt oder in einer luftdichten Kuchenbox, damit er keine Fremdgerüche annimmt und nicht austrocknet. Im Kühlschrank hält sich Cheesecake in der Regel etwa 3 bis 5 Tage frisch, je nach Rezept und verwendeten Zutaten.

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Ja, Cheesecake lässt sich in den meisten Fällen sehr gut einfrieren. Sowohl gebackene als auch viele No-Bake-Cheesecakes können problemlos mehrere Wochen bis Monate tiefgekühlt werden, wenn sie richtig verpackt sind. Wichtig ist vor allem, den Cheesecake vollständig abkühlen zu lassen, ihn luftdicht zu verpacken und später langsam im Kühlschrank wieder aufzutauen. So bleiben Geschmack und Konsistenz meist erstaunlich gut erhalten.

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Du hast noch mehr Fragen? Besuche meine ausführliche FAQ-Rubrik! Dort findest Du Antworten auf viele der häufigsten Fragen zum Thema Cheesecake und Käsekuchen.