Tiramisu Cheesecake mit Mascarpone, Espresso und Marsala

Tiramisu Cheesecake mit Mascarpone, Espresso und Marsala

Neulich stand bei mir noch eine halbe Packung Löffelbiskuits im Schrank, dazu Espresso vom Morgen und diese Idee, mal etwas in Richtung Dessert und Cheesecake gleichzeitig zu machen. Genau daraus ist dieser Tiramisu Cheesecake entstanden beziehungsweise eher meine Version davon. Er ist nicht gebacken, kommt also ganz ohne Ofen aus, braucht dafür aber etwas Geduld im Kühlschrank. Ich mag solche Rezepte sehr, wenn ein Abend mit Freunden ansteht und ich schon am Vortag etwas erledigen will. Die Creme ist weich, üppig und trotzdem sauber schnittfest, der Kaffee zieht sich durch alle Schichten und oben drauf kommt noch eine dunkle Ganache. Nicht ganz leise, aber richtig gut.

Warum ich ihn immer wieder mache

Es gibt Cheesecakes, die eher frisch und leicht daherkommen, und dann gibt es solche, die ein bisschen mehr wollen. Dieser Tiramisu Cheesecake gehört klar zur zweiten Sorte. Er erinnert an klassisches Tiramisu, ist aber dichter, cremiger und für mich fast noch spannender, weil mehrere Texturen zusammenkommen. Unten der schokoladige Keksboden mit etwas Kaffeenote, darauf die getränkten Löffelbiskuits, dann die Mascarpone-Frischkäse-Creme und zum Schluss Schokolade, Kakao und Espressosirup. Klingt viel, ist es auch ein bisschen, aber nicht kompliziert im eigentlichen Sinn.

Besonders mag ich daran, dass er nicht nach einer einzigen Sache schmeckt. Erst kommt Kaffee, dann die milde, leicht vanillige Creme, danach etwas Marsala und zum Schluss das herbere Kakaopulver. Am nächsten Tag schmeckt er fast noch besser, weil sich alles gesetzt hat. Für mich ist das einer dieser Kuchen, die man nicht hastig anschneidet. Lieber gut durchkühlen lassen, dann lohnt sich’s.

So ist die Konsistenz

Bei No-Bake-Cheesecakes ist die Textur ja oft der heikle Punkt. Zu weich, zu kompakt, manchmal auch gummiartig, wenn zu viel Gelatine drin ist. Hier wird die Füllung angenehm cremig, eher samtig als fest, aber durch die Gelatine eben stabil genug, dass man ordentliche Stücke schneiden kann. Wichtig ist wirklich, die Gelatine sauber einzuarbeiten und die warme Sahnemischung erst etwas abkühlen zu lassen. Wenn sie zu heiß ist, kann die Frischkäsemasse kippen oder zu flüssig werden.

Die Mascarpone macht die Creme voller und runder als bei einem reinen Frischkäsekuchen. Gleichzeitig sorgt der Frischkäse dafür, dass es nicht zu schwer wirkt. Ich rühre die Masse an dieser Stelle lieber nur so lange wie nötig. Zu viel Luft braucht man hier nicht, das bringt bei einem No-Bake Cheesecake eher Unruhe in die Struktur.

Ein paar Dinge, auf die ich achten würde

Der Kaffee sollte kräftig sein. Nicht wässrig, nicht lauwarm nebenbei gekocht, sondern wirklich Espresso oder sehr starker Kaffee. Sonst geht das typische Tiramisu-Gefühl etwas verloren. Die Löffelbiskuits am besten nur ganz kurz eintauchen. Einmal drehen reicht meistens schon. Wenn sie zu vollsaugen, wird die Schicht schnell zu weich und der Anschnitt verliert an Klarheit.

Bei der Gelatine lohnt sich genaues Arbeiten. Ich lasse die Blätter erst in kaltem Wasser weich werden, drücke sie dann gründlich aus und rühre sie in die heiße Sahne-Zucker-Mischung ein. Danach sollte die Mischung etwas abkühlen, aber nicht fest werden. Also eher lauwarm als heiß. Mit Zutaten auf Raumtemperatur klappt die Creme deutlich besser und bleibt glatter. In meiner kleinen Küche stelle ich mir dafür alles rechtzeitig auf die Arbeitsfläche, sonst hantiert man am Ende gleichzeitig mit Topf, Mixer, Form und Katzen, die natürlich genau dann vorbeischauen.

Wenn du den Cheesecake für Gäste machst, plane die Zeit großzügig. Über Nacht kühlen ist hier keine übertriebene Empfehlung, sondern wirklich sinnvoll. Die zusätzliche Kühlzeit nach der Ganache braucht er ebenfalls, sonst vermischt sich die obere Mascarponeschicht zu schnell mit der Schokolade.

Tiramisu Cheesecake auf einer Kuchenplatte mit schokoladigem Boden, Löffelbiskuit-Schicht, cremiger Mascarpone-Füllung, dunkler Ganache, Mascarponehauben, Kakaostaub und Espressosirup

Tiramisu Cheesecake mit Mascarpone, Espresso und Marsala

Neulich stand bei mir noch eine halbe Packung Löffelbiskuits im Schrank, dazu Espresso vom Morgen und diese Idee, mal etwas in Richtung Dessert und Cheesecake gleichzeitig zu machen. Genau daraus ist dieser Tiramisu Cheesecake entstanden beziehungsweise eher meine Version davon. Er ist nicht gebacken, kommt also ganz ohne Ofen aus, braucht dafür aber etwas Geduld im Kühlschrank. Ich mag solche Rezepte sehr, wenn ein Abend mit Freunden ansteht und ich schon am Vortag etwas erledigen will. Die Creme ist weich, üppig und trotzdem sauber schnittfest, der Kaffee zieht sich durch alle Schichten und oben drauf kommt noch eine dunkle Ganache. Nicht ganz leise, aber richtig gut.
Art: No-Bake Cheesecakes
Küche: mittelschwer

Zutaten:
  

Für den Boden
  • 295 g Schoko-Butterkekse oder Chocolate Ripple Biscuits
  • 10 g fein gemahlener Kaffeesatz oder sehr fein gemahlener Espresso
  • 115 g Butter, geschmolzen und abgekühlt
Für die Biskuitschicht
  • 295 ml Espresso
  • 145 ml Marsala oder anderer Likörwein
  • 18 Löffelbiskuits
Für die Creme
  • 6 Blätter Gelatine
  • 510 ml Schlagsahne
  • 260 g Zucker
  • 2 TL Vanillepaste
  • 880 g Frischkäse, zimmerwarm
  • 1170 g Mascarpone, zimmerwarm
Für die Ganache
  • 205 g Zartbitterschokolade, gehackt
  • 215 ml Schlagsahne
Für Topping und Sirup
  • 295 ml übrige Espresso-Marsala-Mischung
  • 65 g Zucker
  • 470 g Mascarpone
  • etwas fein geriebene Zartbitterschokolade

Kochutensilien

  • Springform 26 cm
  • Frischhaltefolie
  • Backpapier
  • Küchenmaschine oder Mixer
  • Handmixer oder Küchenmaschine
  • kleiner Topf
  • hitzebeständige Schüssel
  • Sieb oder Schaumlöffel

Und so wird’s gemacht:
 

Form vorbereiten
  1. Die Springform am Boden mit Backpapier auslegen. Den Rand zusätzlich mit Frischhaltefolie oder Tortenrandfolie auskleiden, damit sich der gekühlte Cheesecake später sauber lösen lässt. Bei No-Bake-Rezepten macht das wirklich einen Unterschied, gerade wenn die Creme hoch eingefüllt wird.
  2. Am besten stellst du die Form schon auf eine feste Unterlage oder einen Teller, bevor sie in den Kühlschrank wandert. Mit gefüllter Form lässt sie sich sonst eher ungern tragen.
Der Boden
  1. Die Kekse fein zerkrümeln und mit dem gemahlenen Kaffee mischen. Dann die geschmolzene Butter dazugeben und alles verrühren, bis die Masse gleichmäßig feucht ist. Sie sollte an nassen Sand erinnern und sich gut zusammendrücken lassen.
  2. Die Krümelmasse in die Form geben und auf dem Boden gleichmäßig festdrücken. Ich nehme dafür gern ein umgedrehtes Glas, damit die Fläche schön eben wird und die Ecken nicht zu locker bleiben.
Löffelbiskuits einlegen
  1. Espresso und 125 ml Marsala in einer flachen Schüssel verrühren. Die Löffelbiskuits einzeln nur ganz kurz eintauchen und direkt auf den Keksboden legen. Falls nötig, die Biskuits halbieren, damit eine möglichst geschlossene Schicht entsteht.
  2. Hier nicht zu lange warten. Die Biskuits saugen schnell Flüssigkeit auf, und zu weiche Stücke machen die Zwischenschicht später etwas matschig. Die Form danach kalt stellen. Die restliche Espresso-Mischung ebenfalls abgedeckt in den Kühlschrank stellen.
Die Creme anrühren
  1. Die Gelatineblätter in kaltem Wasser etwa 5 Minuten einweichen. Währenddessen 250 ml Sahne mit 220 g Zucker in einem kleinen Topf bei mittlerer bis niedriger Hitze erwärmen. Rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Die Mischung soll heiß werden, aber nicht sprudelnd kochen.
  2. Die Gelatine gut ausdrücken und in die heiße Sahnemischung einrühren, bis sie sich vollständig gelöst hat. Danach die Mischung etwas abkühlen lassen. Sie darf nur noch warm sein. Zu heiß sollte sie nicht in die Frischkäsemasse kommen.
  3. Frischkäse und Vanille glatt aufschlagen. Dann die warme Sahnemischung in drei Portionen einarbeiten und dazwischen jeweils kurz glattrühren. So verbindet sich alles leichter und es entstehen weniger Klümpchen. Anschließend 700 g Mascarpone und die restlichen 20 ml Marsala unterrühren. Nur so lange, bis eine glatte, dicke Creme entstanden ist. Mascarpone mag kein langes, aggressives Rühren.
Cheesecake füllen und kühlen
  1. Die Creme auf die Löffelbiskuits geben und die Oberfläche glatt streichen. Direkt mit Frischhaltefolie abdecken, damit sich keine trockene Haut bildet. Dann den Cheesecake über Nacht kalt stellen.
  2. Diese lange Kühlzeit ist wichtig. Nach ein paar Stunden wirkt die Masse oft schon fest, innen ist sie aber noch nicht vollständig gesetzt. Für schöne Stücke lieber nicht abkürzen.
Ganache zubereiten
  1. Die gehackte Schokolade in eine hitzebeständige Schüssel geben. 185 ml Sahne erhitzen, bis sie gerade zu simmern beginnt, dann über die Schokolade gießen. Etwa 30 Sekunden stehen lassen und anschließend glatt rühren.
  2. Die Ganache erst etwas abkühlen lassen. Wenn sie noch zu warm ist, schmilzt die Oberfläche des Cheesecakes an. Sobald sie dickflüssig, aber noch gut gießbar ist, auf dem gekühlten Kuchen verteilen. Danach weitere 2 Stunden kühlen.
Sirup kochen und Oberfläche fertigstellen
  1. Die übrige Espresso-Marsala-Mischung mit 55 g Zucker in einen kleinen Topf geben und bei mittlerer Hitze erwärmen, bis sich der Zucker löst. Dann etwa 5 Minuten sanft köcheln lassen, bis der Sirup leicht eindickt. Vollständig abkühlen lassen.
  2. Die restliche Mascarpone locker verrühren und auf der gekühlten Ganache verteilen. Mit einem Löffel kleine Wellen oder Spitzen ziehen. Zum Schluss mit geriebener Schokolade und etwas Kakao bestäuben und vor dem Servieren mit dem Espressosirup beträufeln.
  3. Für saubere Stücke das Messer zwischen den Schnitten kurz mit heißem Wasser erwärmen und abwischen. Gerade bei Ganache und Mascarpone oben drauf sieht der Anschnitt dann deutlich schöner aus.

Notizen

  • Der Tiramisu Cheesecake hält sich gut gekühlt etwa 3 Tage. Am zweiten Tag finde ich ihn geschmacklich fast am besten.
  • Wenn du keinen Marsala verwenden möchtest, klappt auch eine alkoholfreie Version mit zusätzlichem Espresso und 1 bis 2 TL Vanille extra. Dann fehlt etwas Tiefe, aber lecker ist es trotzdem.
  • Statt Schoko-Butterkeksen kannst du auch dunkle Kakaokekse nehmen. Wichtig ist nur, dass sie trocken genug sind und fein zerkrümelt werden.
  • Die Gelatine sorgt hier für Stabilität. Wer mit Pulvergelatine arbeitet, sollte die Menge passend nach Packungsangabe für etwa 1,8 bis 2 kg kalte Masse umrechnen.
  • Vor dem Servieren den Kuchen 10 bis 15 Minuten aus dem Kühlschrank nehmen. Dann ist die Creme etwas weicher und aromatischer.

FAQ (Die häufigsten Fragen)

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Der wichtigste Unterschied zwischen Cheesecake und Käsekuchen liegt in der Hauptzutat der Füllung: Cheesecake wird traditionell mit Frischkäse zubereitet, während klassischer deutscher Käsekuchen meist auf Quark basiert. Dadurch unterscheiden sich beide Kuchen deutlich in Geschmack, Konsistenz und Zubereitung. Cheesecake ist meist cremiger, dichter und reichhaltiger, während Käsekuchen lockerer, luftiger und oft etwas frischer schmeckt.

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Viele typische Cheesecake-Zutaten lassen sich problemlos ersetzen, wenn du gerade nicht alles im Haus hast oder ein bestimmtes Produkt im Supermarkt nicht findest. Frischkäse kann häufig durch Mascarpone, Quark oder Ricotta ersetzt werden, Graham Cracker lassen sich sehr gut durch Butterkekse, Vollkornkekse oder Digestive-Kekse austauschen, und Quark kann je nach Rezept durch Frischkäse, Skyr oder griechischen Joghurt ersetzt werden. Wichtig ist dabei: Jede Alternative verändert den Cheesecake leicht – manchmal in Geschmack und Süße, manchmal aber auch deutlich bei Konsistenz, Kalorien und Backverhalten.

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Ein Cheesecake ist fertig gebacken, wenn die Ränder fest wirken, die Mitte beim leichten Rütteln aber noch leicht wackelt und nicht komplett starr ist. Genau dieses leicht „wabbelige“ Zentrum ist bei vielen Cheesecake-Rezepten sogar gewünscht, denn der Kuchen gart durch die Resthitze beim Abkühlen noch nach und wird erst während der Kühlzeit vollständig fest. Ist der gesamte Cheesecake bereits im Ofen komplett fest, wurde er häufig schon zu lange gebacken und kann später trocken oder rissig werden.

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Ein Cheesecake reißt meist, wenn er zu heiß, zu lange oder zu ungleichmäßig gebacken wurde. Die häufigsten Ursachen sind eine zu hohe Ofentemperatur, Überbacken oder ein zu schnelles Abkühlen nach dem Backen. Dabei trocknet die Oberfläche schneller aus als das Innere des Kuchens und zieht sich unterschiedlich stark zusammen – dadurch entstehen typische Risse auf der Oberfläche.
Aber keine Sorge: Optisch ist das zwar ärgerlich, geschmacklich ist ein gerissener Cheesecake aber meist völlig in Ordnung.

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Ein Cheesecake sollte nach dem Backen zunächst etwa 1 bis 2 Stunden bei Raumtemperatur abkühlen, bevor er in den Kühlschrank kommt. Danach sollte er mindestens 4 Stunden, besser jedoch über Nacht, vollständig durchkühlen, damit er seine endgültige Festigkeit und cremige Konsistenz entwickelt. Direkt nach dem Backen wirkt ein Cheesecake oft noch weich und leicht wackelig – das ist völlig normal. Erst durch das langsame Abkühlen und anschließende Kühlen wird er wirklich schnittfest.

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Cheesecake sollte immer im Kühlschrank aufbewahrt werden, da er durch Zutaten wie Frischkäse, Quark, Eier oder Sahne sehr empfindlich ist. Am besten lagerst du ihn gut abgedeckt oder in einer luftdichten Kuchenbox, damit er keine Fremdgerüche annimmt und nicht austrocknet. Im Kühlschrank hält sich Cheesecake in der Regel etwa 3 bis 5 Tage frisch, je nach Rezept und verwendeten Zutaten.

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Ja, Cheesecake lässt sich in den meisten Fällen sehr gut einfrieren. Sowohl gebackene als auch viele No-Bake-Cheesecakes können problemlos mehrere Wochen bis Monate tiefgekühlt werden, wenn sie richtig verpackt sind. Wichtig ist vor allem, den Cheesecake vollständig abkühlen zu lassen, ihn luftdicht zu verpacken und später langsam im Kühlschrank wieder aufzutauen. So bleiben Geschmack und Konsistenz meist erstaunlich gut erhalten.

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Du hast noch mehr Fragen? Besuche meine ausführliche FAQ-Rubrik! Dort findest Du Antworten auf viele der häufigsten Fragen zum Thema Cheesecake und Käsekuchen.