Fiadone, korsischer Käsekuchen mit Zitrone

Fiadone, korsischer Käsekuchen mit Zitrone

Brocciu, Eier, Zucker, Zitronen- oder Orangenschale und ein kleiner Schluck Orangenlikör oder Branntwein: Es braucht nur fünf Zutaten und man hat beinahe sowas wie Urlaubsfeeling auf dem Teller – auch wenn draußen das Wetter mal wieder regnerisch, kalt und grau ist. Der Fiadone ist so einer Art korsischer Nationalkuchen und wird auf der Insel schon seit Generationen gebacken. Hauptbestandteil ist Brocciu, ein korsischer Molkekäse, der große Ähnlichkeit mit Ricotta hat, aber aus Schafs- oder Ziegenmilch hergestellt wird. Da es Brocciu bei uns eigentlich nicht zu kaufen gibt, kann man daher einfach Ricotta verwenden.

Fun Fact: Es gibt sogar eine Bruderschaft des Fiadone (frz. Confrérie du Fiadone), die den Fiadone bekannter machen soll.

Fiadone ist einer dieser Kuchen, die auf den ersten Blick fast ein bisschen zu schlicht wirken, aber schon beim ersten Bissen ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern. Ich mag an diesem korsischen Käsekuchen besonders, dass er ohne Boden auskommt und trotzdem so viel Charakter hat. Die Masse ist leicht, zitronig und eher fein als üppig. Wenn ich Lust auf etwas habe, das nach Urlaub, Sonne und einer sehr guten, unkomplizierten Nachspeise schmeckt, dann greife ich häufig zu diesem recht unkomplizierten Rezept. Fiadone passt gut in die Ecke der internationalen Cheesecake-Ideen, wirkt aber in der Küche angenehm unprätentiös.

Was den Fiadone so besonders macht

Anders als viele klassische Cheesecakes bringt Fiadone keine schwere Frischkäsefüllung und keinen Keksboden mit. Stattdessen lebt er von einer vergleichsweise schlichten Käsemasse, mit viel Ei und frischer Zitronenschale. Das ergibt eine Konsistenz, die irgendwo zwischen luftig, saftig und leicht puddingartig liegt. Nicht wabbelig und auch nicht zu kompakt. Der Kuchen ist eher weich und gleichzeitig sauber schneidbar, wenn er gut durchgekühlt ist.

Traditionell wird er mit Brocciu gemacht, einem korsischen Frischkäse. Der ist hier nicht immer leicht zu bekommen, deshalb ist die Alternative mit Ricotta absolut sinnvoll.

Der Geschmack im Detail

Fiadone ist im Geschmack eher dezent mit einer feinen Zitrusnote. Die Zitrone ist deutlich da, aber nicht spitz. Der Frischkäse bringt etwas Mildes, fast Milchiges mit, die Eier sorgen für Struktur, und ein kleiner Schuss Cointreau oder Branntwein gibt dem Ganzen Tiefe. Das fällt nicht unbedingt sofort als Alkoholnote auf, eher als eine runde, warme Nuance im Hintergrund. Man kann den Alkohol aber natürlich auch weglassen, besonders wenn Kinder dabei sind.

Am besten gefällt mir an diesem Kuchen, dass er nicht so süß wirkt, wie man bei der Zuckermenge vielleicht erst denkt. Durch die Zitrone bleibt alles frisch. Gut gekühlt mag ich ihn am liebsten, dann wirkt die Oberfläche leicht elastisch, die Mitte angenehm cremig und die Stücke lassen sich schön sauber schneiden. Für ein Dessert nach einem größeren Essen ist das wirklich dankbar, weil er nicht so satt macht wie manche sehr dichten Käsekuchen.

Warum das Rezept gut funktioniert

Das Backen von Fiadone ist ziemlich entspannt, aber auch hier machen ihn ein paar Kleinigkeiten deutlich besser. Wichtig ist vor allem, den Käse möglichst glatt zu bekommen. Mit Brocciu oder Ricotta klappt das meist mit Gabel oder Schneebesen schon gut. Wenn die Masse trotzdem noch etwas körnig ist, lohnt sich ein kurzer Einsatz vom Stabmixer. Nicht zu lange, nur bis sie homogener wirkt.

Außerdem sollte die Form hoch genug sein. Im Rezept steht das ganz zurecht, denn der Kuchen geht durch den hohen Eieranteil beim Backen erst ordentlich auf und fällt beim Abkühlen wieder zusammen. Ich würde deshalb immer Backpapier auf den Boden legen und den Rand zusätzlich gut ölen, damit sich der Fiadone später sauber lösen lässt. Wer öfter Cheesecake backt, kennt das: Gerade bei eher zarten Kuchen spart man sich damit einiges an Gefluche.

Bei der Backzeit lohnt es sich, eher auf die Oberfläche zu schauen als stur auf die Uhr. Nach rund 35 Minuten sollte der Kuchen oben leicht goldbraun sein und in der Mitte noch minimal nachgeben. Er zieht beim Abkühlen noch an. Wenn man ihn zu lange im Ofen lässt, wird er trockener, und das wäre schade.

Wann ich Fiadone besonders gern mache

Für spontane Gäste ist er nur bedingt geeignet, weil er nach dem Backen wirklich Zeit zum Abkühlen braucht. Aber für den nächsten Tag ist er super. Wenn er richtig durchgekühlt und durchgezogen ist, schmeckt er einfach noch besser.

Ich serviere Fiadone meist ganz schlicht. Vielleicht mit etwas fein abgeriebener Zitronenschale (Natürlich Bio!) obenauf oder mit ein paar Beeren daneben, wenn ich es etwas frischer haben möchte. Mehr braucht er eigentlich nicht. Er funktioniert als Dessert, zum Kaffee oder auch mal als ruhiger Sonntagskuchen.

Fiadone, korsischer Käsekuchen ohne Boden, goldbraun gebacken in runder Form, mit leicht gebräunter Oberfläche und feiner Zitronenschale als frischer Akzent

Fiadone, korsischer Käsekuchen

Fiadone ist einer dieser Kuchen, die auf den ersten Blick fast ein bisschen zu schlicht wirken und dann beim ersten Bissen sofort hängen bleiben. Ich mag an diesem korsischen Käsekuchen besonders, dass er ohne Boden auskommt und trotzdem so viel Charakter hat. Die Masse ist leicht, zitronig und eher fein als üppig. Wenn ich Lust auf etwas habe, das nach Urlaub, Sonne und einer sehr guten, unkomplizierten Nachspeise schmeckt, lande ich schnell bei genau diesem Rezept. Fiadone passt gut in die Ecke der internationalen Cheesecake-Ideen, wirkt aber in der Küche angenehm unprätentiös.
Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 35 Minuten
Ruhezeit (mindestens) 3 Stunden
Gesamtzeit 4 Stunden 5 Minuten
Portionen: 10 Stücke
Art: Bake Cheesecakes
Küche: leicht

Zutaten:
  

  • 585 g Brocciu oder Ricotta
  • 7 Eier
  • 295 g Zucker
  • Schale von 1 großen Zitrone
  • 15 ml Cointreau oder Branntwein
  • etwas Öl für die Form

Kochutensilien

  • Springform 26 cm
  • Backpapier
  • große Rührschüssel
  • Gabel
  • feine Reibe
  • Schneebesen oder Handmixer

Und so wird’s gemacht:
 

Form vorbereiten
  1. Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen und den Rand leicht mit Öl einfetten. Die Form sollte einen etwas höheren Rand haben, weil der Fiadone beim Backen erst deutlich aufgeht und später wieder zusammenfällt.
Käse glatt rühren
  1. Brocciu oder Ricotta in eine große Schüssel geben und mit einer Gabel gut zerdrücken. Je glatter die Masse hier wird, desto feiner wird später auch der Kuchen. Wenn der Käse sehr körnig ist, kann man ihn kurz mit dem Stabmixer oder Handmixer bearbeiten, aber nur so lange, bis er homogener aussieht.
Masse anrühren
  1. Die Eier aufschlagen und zusammen mit dem Zucker zum Käse geben. Alles verrühren, bis keine groben Stückchen mehr zu sehen sind. Dann die Zitronenschale fein abreiben und unterrühren. Zum Schluss den Cointreau oder Branntwein dazugeben. Die Masse ist recht dünn, das ist bei Fiadone genau richtig und kein Grund zur Sorge.
In die Form füllen
  1. Die fertige Masse in die vorbereitete Form gießen. Die Form ein- bis zweimal vorsichtig auf die Arbeitsfläche klopfen, damit größere Luftblasen entweichen. So wird die Oberfläche meist etwas gleichmäßiger.
Backen
  1. Den Fiadone auf mittlerer Schiene etwa 35 Minuten backen. Die Oberfläche darf dabei leicht Farbe bekommen. In der Mitte sollte der Kuchen am Ende noch leicht wackeln, denn er festigt sich beim Abkühlen deutlich. Wenn er zu dunkel wird, kann man ihn gegen Ende locker mit etwas Backpapier abdecken.
Langsam abkühlen lassen
  1. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und erst einmal in der Form auskühlen lassen. Dabei fällt er wieder etwas zusammen, das gehört bei diesem Rezept dazu. Danach für mindestens 3 Stunden, besser noch etwas länger, kalt stellen. Gut gekühlt lässt er sich schöner schneiden und schmeckt runder.
Servieren
  1. Den Fiadone vorsichtig aus der Form lösen und in Stücke schneiden. Für saubere Schnitte das Messer zwischendurch kurz abwischen. Nach Wunsch pur servieren oder mit etwas zusätzlicher Zitronenschale und frischen Beeren ergänzen.

Notizen

  • Fiadone lässt sich sehr gut am Vortag backen und über Nacht kühlen.
  • Mit Ricotta wird der Kuchen etwas milder, mit Brocciu schmeckt er traditioneller und meist noch einen Tick aromatischer.
  • Wenn du Hüttenkäse verwendest, solltest du ihn vorher kurz pürieren, damit die Masse feiner wird.
  • Der Kuchen hat keinen Boden und ist dadurch etwas zarter als ein klassischer Cheesecake. Vollständig gekühlt schneidet er sich deutlich besser.
  • Ein kleiner Schuss Cointreau bringt eine feine Orangennote mit. Für eine neutralere Variante passt auch milder Branntwein.

FAQ (Die häufigsten Fragen)

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Der wichtigste Unterschied zwischen Cheesecake und Käsekuchen liegt in der Hauptzutat der Füllung: Cheesecake wird traditionell mit Frischkäse zubereitet, während klassischer deutscher Käsekuchen meist auf Quark basiert. Dadurch unterscheiden sich beide Kuchen deutlich in Geschmack, Konsistenz und Zubereitung. Cheesecake ist meist cremiger, dichter und reichhaltiger, während Käsekuchen lockerer, luftiger und oft etwas frischer schmeckt.

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Viele typische Cheesecake-Zutaten lassen sich problemlos ersetzen, wenn du gerade nicht alles im Haus hast oder ein bestimmtes Produkt im Supermarkt nicht findest. Frischkäse kann häufig durch Mascarpone, Quark oder Ricotta ersetzt werden, Graham Cracker lassen sich sehr gut durch Butterkekse, Vollkornkekse oder Digestive-Kekse austauschen, und Quark kann je nach Rezept durch Frischkäse, Skyr oder griechischen Joghurt ersetzt werden. Wichtig ist dabei: Jede Alternative verändert den Cheesecake leicht – manchmal in Geschmack und Süße, manchmal aber auch deutlich bei Konsistenz, Kalorien und Backverhalten.

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Ein Cheesecake ist fertig gebacken, wenn die Ränder fest wirken, die Mitte beim leichten Rütteln aber noch leicht wackelt und nicht komplett starr ist. Genau dieses leicht „wabbelige“ Zentrum ist bei vielen Cheesecake-Rezepten sogar gewünscht, denn der Kuchen gart durch die Resthitze beim Abkühlen noch nach und wird erst während der Kühlzeit vollständig fest. Ist der gesamte Cheesecake bereits im Ofen komplett fest, wurde er häufig schon zu lange gebacken und kann später trocken oder rissig werden.

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Ein Cheesecake reißt meist, wenn er zu heiß, zu lange oder zu ungleichmäßig gebacken wurde. Die häufigsten Ursachen sind eine zu hohe Ofentemperatur, Überbacken oder ein zu schnelles Abkühlen nach dem Backen. Dabei trocknet die Oberfläche schneller aus als das Innere des Kuchens und zieht sich unterschiedlich stark zusammen – dadurch entstehen typische Risse auf der Oberfläche.
Aber keine Sorge: Optisch ist das zwar ärgerlich, geschmacklich ist ein gerissener Cheesecake aber meist völlig in Ordnung.

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Ein Cheesecake sollte nach dem Backen zunächst etwa 1 bis 2 Stunden bei Raumtemperatur abkühlen, bevor er in den Kühlschrank kommt. Danach sollte er mindestens 4 Stunden, besser jedoch über Nacht, vollständig durchkühlen, damit er seine endgültige Festigkeit und cremige Konsistenz entwickelt. Direkt nach dem Backen wirkt ein Cheesecake oft noch weich und leicht wackelig – das ist völlig normal. Erst durch das langsame Abkühlen und anschließende Kühlen wird er wirklich schnittfest.

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Cheesecake sollte immer im Kühlschrank aufbewahrt werden, da er durch Zutaten wie Frischkäse, Quark, Eier oder Sahne sehr empfindlich ist. Am besten lagerst du ihn gut abgedeckt oder in einer luftdichten Kuchenbox, damit er keine Fremdgerüche annimmt und nicht austrocknet. Im Kühlschrank hält sich Cheesecake in der Regel etwa 3 bis 5 Tage frisch, je nach Rezept und verwendeten Zutaten.

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Ja, Cheesecake lässt sich in den meisten Fällen sehr gut einfrieren. Sowohl gebackene als auch viele No-Bake-Cheesecakes können problemlos mehrere Wochen bis Monate tiefgekühlt werden, wenn sie richtig verpackt sind. Wichtig ist vor allem, den Cheesecake vollständig abkühlen zu lassen, ihn luftdicht zu verpacken und später langsam im Kühlschrank wieder aufzutauen. So bleiben Geschmack und Konsistenz meist erstaunlich gut erhalten.

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